Djourou

Chaos, Zorn und ein alter Bekannter

Es macht mir schon lange wahrlich keinen Spaß, die Ereignisse in und rund um den HSV zu verfolgen. Die zweite Saison in Folge schwebt die Mannschaft in höchster Abstiegsgefahr und spielt, seien wir ehrlich, überwiegend schlecht. Nach nicht einmal einem Jahr scheint die fulminante Aufbruchstimmung nach der mit überwältigender Mehrheit beschlossenen Ausgliederung der Profifußball-Abteilung  größtenteils verpufft.

Der nach meinem Eindruck bei weiten Teilen der Anhängerschaft äußerst beliebte Joe Zinnbauer wurde abgelöst, da die Verantwortlichen des Vereins offenbar nicht mehr an eine Wende zum besseren unter seiner Leitung glaubten. Auch ich bedauere diese Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen.

Tatsache ist, dass jeder Trainer im professionellen Leistungssport, sympathisch oder nicht, dazu verdammt ist, in erster Linie vorzeigbare Resultate zu liefern. Zinnbauer hatte zwar einiges vorzuweisen, wenn man an die im Vergleich zur Vorsaison verbesserte Defensivleistung, die gestiegene Laufbereitschaft, die Integration junger Nachwuchsspieler oder die meist gute kämpferische Einstellung der Mannschaft denkt. Auf der anderen Seite standen einige personelle und taktische Fehlgriffe, stellvertretend sei hier nur an das Debakel gegen die Bayern erinnert, zu Buche. Auch nach Dreiviertel der Saison ist es unter seiner Leitung zudem nicht gelungen, der Mannschaft ein überzeugendes Offensivkonzept zu vermitteln, was zu einer rekordverdächtig geringen Anzahl eigener Torerfolge führte. Und so kann beides nicht verwundern: dass für Zinnbauers Weiterbeschäftigung am Ende die wichtigsten Argumente fehlten, nämlich gewonnene Punkte und, dass man von Seiten der Verantwortlichen beschloss, mit einem neuen Mann an der Linie einen neuen Impuls zu setzen, wie man in diesem Zusammenhang immer gerne sagt.

Wenn mich mein Eindruck nicht trügt, so hätte man als Nachfolger nur zu gerne sofort Thomas Tuchel verpflichtet, was aber aus diversen Gründen gescheitert ist. Zum einen standen dem die vertraglichen Vereinbarungen entgegen, die Tuchel mit seinem letzten Verein, dem FSV Mainz 05, getroffen hatte. Versetzt man sich zudem einmal in Tuchels Lage, so war auch kein vernünftiger Grund ersichtlich, warum er, einer der am heißesten auf dem Markt gehandelten Trainer, ohne jede Not eine Saison ggf. mit einem Abstieg des HSV zu Ende hätte bringen sollen. Ein Abstieg, der dann wohl auch seine persönliche berufliche Reputation nachhaltig beschädigt hätte. An seiner Stelle hätte ich da auch einen sauberen Neuanfang zu Beginn der kommenden Spielzeit verlangt. Zumal sich seit Wochen die Anzeichen verdichteten, dass sich für ihn eventuell eine sportlich deutlich reizvollere Option, z.B. beim BvB, eröffnen könnte…

Betrachtet man also rückblickend die Situation zum Zeitpunkt der Trennung von Zinnbauer aus Sicht der Verantwortlichen um Dietmar Beiersdorfer, so ist für mich ebenfalls nachvollziehbar, dass man auf die Idee kam, Peter Knäbel für den Saisonendspurt  mit der Mission Klassenerhalt zu betrauen. Der kannte schließlich aufgrund seiner Position als Sportdirektor sowohl die Mannschaft als auch die bisherige Arbeitsweise Zinnbauers. Den bis dato Wunschtrainer Tuchel hoffte man schließlich zu diesem Zeitpunkt, zur neuen Saison verpflichten zu können. Und welcher andere Trainer hätte sich ein nur bis zum Saisonende befristetes Engagement beim HSV angetan, verbunden mit dem Risiko, dass sein Name im Misserfolgsfall für alle Zeiten mit dem immer wahrscheinlicher werdenden ersten Abstieg des Dinos in Verbindung gebracht worden wäre?

Knäbel ist hier ein hohes persönliches Risiko eingegangen, denn praktische Erfahrung als Cheftrainer besaß er kaum. Schon gar nicht in der Bundesliga. Nachträglich muss man feststellen, dass man sich offenbar zu lange und alternativlos um Tuchel als Trainer für die kommende Saison bemüht hat. Erst daraus entstand ein Mangel an Alternativen, eine Ausweglosigkeit, an deren Ende alle Beteiligten -vorsichtig formuliert – kein gutes Bild abgaben.

Knäbel hat im ersten Spiel unter seiner Regie gegen Leverkusen auf die erfahrenen Spieler gesetzt. Auch dies kann man in einer sportlich bedrohlichen Situation grundsätzlich nachvollziehen. Mindestens irritieren muss aber, wenn sich ausgerechnet der eigentliche Sportdirekor nach diesem Spiel zu der Aussage hinreißen lässt, er habe nun gesehen, auf wen er sich verlassen könne. Ich konnte es fast nicht glauben, als ich das aus seinem Munde hörte. Dass man sich gerade auf einige dieser erfahrenen und namhaften Spieler dieses Kaders eben nicht verlassen kann, dies belegen nicht zuletzt die letzten, größtenteils erfolglosen Jahre.

Knäbel ist in meinen Augen als Sportdirekor unverändert ein Fachmann und als solcher ein guter Analytiker. Als Trainer wirkte er jedoch völlig deplatziert und überfordert. Es passte ins Bild, dass sich zwei designierte Führungsspieler dieser Mannschaft, Djourou und Behrami, in der Halbzeitpause des Spiels gegen den VfL Wolfsburg offenbar eine handfeste Auseinandersetzung in der Kabine lieferten. Es passt ebenfalls ins Bild, dass sich Djourou als Kapitän(!) eine vollkommen unnötige gelb-rote Karte abholte. Und es passte schließlich ins Bild, dass Knäbel nach dem Spiel ohne jede Not – öffentlich! – Cléber kritisierte, der zweifellos die Niederlage mit einem groben Schnitzer eingeleitet hatte, der aber m.M.n. noch einer der ganz wenigen gewesen ist, die bemüht waren, mutig zu spielen. Was die große Mehrheit der Truppe, von Mannschaft mag ich nach dieser erbärmlichen „Leistung“ gar nicht mehr schreiben, ablieferte – absolut erschreckend!

Der HSV gegen den VfL Wolfsburg, das war mehr als ein Klassenunterschied. Die Hamburger spielten wie eine dieser zusammengewürfelten Mannschaften, wie man sie aus den s.g. Abschiedsspielen für verdiente Spieler kennt: Irgendwie weiß jeder im Prinzip wie es gehen könnte, nur fehlt jede Bindung untereinander und so wirklich ernst nimmt man es auch nicht.  Mit der 0:2-Niederlage war man demzufolge am Ende noch bestens bedient. In diesem Kader, das hätte eigentlich längst jedem klar sein müssen, muss am Ende dieser Spielzeit endlich gründlich aufgeräumt werden. Und wenn ich derzeit lese, der zuletzt auch noch verletzte Jansen sei der Hoffnungsträger – ausgerechnet…- für das kommende Derby, weiß ich nicht, ob ich nun lachen oder weinen soll.

Zum Weinen finde ich auch, was sich einige HSV-Anhänger in den Sozialen Medien leisten. „St.Pauli-Fresse“ (gemeint war Knäbel), geht gar nicht! Zumal wenn es von Leuten kommt, die dem Franken und ehemaligen Werder-Spieler Beiersdorfer nicht nur völlig unkritisch zu jubeln, sondern den Eindruck erwecken, als könne dieser barfuß über das Wasser wandeln.

Schlimm auch, wie jetzt einige derjenigen, die unverändert und offenbar unbelehrbar die Mär von der abgeschafften Demokratie beim HSV weiterspinnen, offenbar völlig vergessen haben, dass sie es gewesen sind, die ganz demokratisch Jahr um Jahr fragwürdige Persönlichkeiten in Führungspositionen beim HSV gehoben haben. Dass sie es waren, die schon vor Jahren die offensichtlichen personellen Mogelpackungen (u.a. Sportdirekor Reinhardt), die Intrigen, die Durchsteckereien usw. usf. durch ihr Wahlverhalten hätten beenden können und müssen.

Der wachsende Zorn der Anhänger angesichts des bisher ungebremsten sportlichen Niedergangs finde ich grundsätzlich verständlich. Ich teile auch die Kritik derjenigen, die finden, dass die neue Vereinsführung bisher einiges schuldig geblieben ist. Dass der erst vor drei Wochen als Co-Trainer vorgestellte Hermann nach der Verpflichtung Labbadias als neuem Trainer inzwischen auch schon wieder Geschichte ist, das steht für mich sinnbildlich für das chaotische Erscheinungsbild des Clubs, welches der neue Vorstand durch seinen Schlingerkurs inzwischen jedenfalls z.T. auch zu verantworten hat. Am Ende aber baden alle derzeit Verantwortlichen überwiegend die eklatanten Fehler anderer,  insbsondere aus den letzten sechs, sieben Jahren aus. Was z.B. ein Peter Knäbel als Sportdirektor tatsächlich kann, dies ist nach nur einer Wintertransferperiode und denkbar schlechten finanziellen Bedingungen gar nicht seriös zu beurteilen. Sollte der HSV am Ende dieser Spielzeit tatsächlich absteigen, dann stünde zu befürchten, dass die am lautesten nach Satisfaktion verlangen, die tatsächlich selbst den schleichenden Niedergang des Dinos mindestens geduldet wenn nicht gar verschuldet haben.

Abschließend: Fachlich halte ich Bruno Labbadia für eine gute Lösung. Allerdings neigte er bei seiner ersten Amtszeit als Trainer den Spielern gegenüber bisweilen zu überlangen Vorträgen, was ihn nach und nach die Gefolgschaft einiger damaliger Führungsspieler kostete. Wenn ich an seine redundanten Aussagen nach den Spielen denke, habe ich allerdings meine Zweifel, ob mit ihm die anzustrebende Kontinuität zu erreichen ist. Bleibt der Erfolg aus, dann ist einer wie er, der nicht gerade aus dem tiefen Brunnen der Rhetorik schöpft, schnell die nächste, willkommene Zielscheibe…

Sei es, wie es sei – ich wünsche Labbadia viel, viel Glück. Er wird es brauchen.

Unterzahl und Unvermögen. Der HSV unterliegt in Hoffenheim mit 3:0 (1:0)

Gerade hatte ich noch dem geschätzten Sven (http://zwergenwerke.blogspot.de/) auf seinen Bericht zum Dortmund-Spiel in einem Kommentar geschrieben, dass bei einer Analyse, bzw. Bewertung der Leistungsentwicklung m.E. der Kontext (dort vor allem die individuelle Eigenart der Dortmunder Spielanlage) zu berücksichtigen sei, da spielte der HSV in Hoffenheim und auch ich fragte mich hinterher: War das nun der von Sven behauptete Rückschritt, oder sind überhaupt Fortschritte zu erkennen? Habe ich mich vielleicht geirrt und wollte Fortschritte erkannt haben, die tatsächlich gar nicht feststellbar sind? Bevor ich mich an einer Antwort versuche, zunächst wie gewohnt einige Anmerkungen zu Startelf und Spielverlauf.

Aufstellung: Drobny – Diekmeier, Westermann (70. Kacar), Cléber, Ostrzolek (80. Holtby) – Ilicevic, Behrami, Jiracek, Gouaida (22. Adler) – Stieber – Olic

Westermann ersetzte den angeschlagenen Djourou. Ostrzolek kehrte nach überstandener Sperre (5. gelbe Karte) ins Team zurück, und der lange nicht mehr berücksichtigte Ivo Ilicevic sollte den gesperrten Nicolai Müller auf der rechten Außenbahn ersetzen, was ihm in meinen Augen durchaus gelang. Bemerkenswert hier erneut, dass Stieber seinen Platz zentral-offensiv in der Startelf behauptete. Zinnbauer verzichtete also auf die ebenfalls denkbare und zu Saisonbeginn mehrfach gesehene Variante: van der Vaart im zentral-offensiven Mittelfeld, Stieber auf der linken offensiven Außenbahn. Für mich mehr als ein weiterer Fingerzeig, dass das Kapitel van der Vaart (als Spieler) beim HSV spätestens zum Saisonende geschlossen wird.

Anpfiff: Taktisch scheint das Hybrid-System aus 4-2-3-1/4-4-2 beim HSV zunehmend fest etabliert. Gegen den Ball agierte der HSV erneut überwiegend mit zwei Viererketten. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den BVB hatte ich den Eindruck, dass die Hamburger Mannschaft noch ein wenig tiefer, also defensiver agierte. Die vordere Mittelfeldreihe erwartete den Gegner erst 8-10 Meter hinter der Mittellinie. Olic und Stieber ließen die Gastgeber meist in derem ersten Drittel unbehelligt und beschränkten sich im Wesentlichen darauf, den Spielaufbau des Gegners in der gewünschten Weise zu leiten.

Die Hausherren erspielten sich rasch ein deutliches optisches Übergewicht. Bereits nach einer Viertelstunde war feststellbar, dass es dem HSV kaum gelang, Zugriff auf das Spiel zu gewinnen. Die Gastgebern hingegen konnten immer wieder ihre Angriffe mittels schnellem, präzisem Passspiel entwickeln. Meist wurden diese Angriffe über Volland und Rudy über ihre rechte Außenbahn vorgetragen, oder direkt durch das Zentrum entwickelt, wo dann der robuste Schipplock als Zielspieler diente.

In der 18. Minute spielte Strobl durch das Zentrum in den Lauf Schipplocks, der in den Hamburger Strafraum eindringen konnte. Drobny eilte aus seinem Tor, Schipplock legte den Ball an Drobny vorbei und stürzte dann über Hamburgs Torhüter. Schiedsrichter Perl entschied auf Strafstoß und, da er die Verhinderung einer klaren Torchance als gegeben ansah, auf Platzverweis für Drobny. Der für Gouaida eingewechselte Adler ahnte beim Strafstoß von Polanski die richtige Ecke, berührte auch den Ball, konnte jedoch den scharfen und platzierten Schuss letztlich nicht parieren. Das 1:0 für die TSG (22.).

Nach einer halben Stunde notierte ich, dass der HSV auch die Mehrzahl der s.g. zweiten Bälle verlor. Der Mannschaft gelang es kaum, Ruhe am Ball zu bekommen, da die Hoffenheimer bei Ballverlust sofort ins Gegenpressing gingen. Als Folge spielten die Hamburger viel zu viele unpräzise, „planlose“ Bälle in die Spitze. Die langen, hohen Bälle aus der eigenen Abwehr gingen fast alle verloren. Hier machte sich der Ausfall Lasoggas schmerzlich bemerkbar. Eine Vielzahl flacher Bälle war derart ungenau, dass der gewohnt fleißige Olic kaum eine Chance besaß, sie zu erreichen. Mit anderen Worten: Besaß der HSV überhaupt einmal den Ball, wurde kaum konstruktiv gespielt, sodass die geklärten Bälle postwendend zurückkehrten. Einzig lobenswert erschien mir zur Halbzeit, dass man trotz der frühen Unterzahl kaum klare Torchancen für die Gastgeber zuließ. Ausnahme in der ersten Halbzeit blieb eine Chance für Hoffenheims Firmino, der nach Zuspiel von Beck aus kürzester Distanz am sicheren Adler scheiterte (44.).

In der zweiten Halbzeit häuften sich die Torchancen für die TSG, welche die Abwehr des HSV nun häufiger in Verlegenheit brachte. So hätte in der 49.Minute der völlig frei im Strafraum stehende Polanski das zweite Tor erzielen müssen. Zum Glück für die Hamburger trat er aber am Ball vorbei.

Der HSV seinerseits, dies schien mit zunehmender Spielzeit immer klarer, schien nur nach einer Standardsituation zum Torerfolg kommen zu können. Und tatsächlich hätte beinahe Cléber mit einem Kopfball nach einer Ecke den Ausgleich erzielt, doch Baumann im Tor der Gastgeber hielt den Ball im Nachfassen (61.).

In der 69. Minute musste Zinnbauer dann verletzungsbedingt Westermann auswechseln. Für HW4 kam Kacar, der bekanntlich auch als Innenverteidiger spielen kann. Dies bedeutete zugleich, dass zwei der drei Wechseloptionen gezwungenermaßen bereits verbraucht waren.

Zehn Minuten vor Ablauf der offiziellen Spielzeit ging Zinnbauer mit dem Wechsel Holtby für Ostrzolek bei dem bis dahin knappen Rückstand verständlicherweise voll ins Risiko. Es kam, was nach dem bisherigen, einseitigen Spielverlauf kommen musste: Es ergaben sich noch mehr Räume für die Gastgeber. So stand nur eine Minute später erneut Polanski halbrechts im Strafraum des HSV völlig frei und hatte dieses Mal keine Mühe, den Ball zum vorentscheidenden 2:0 im langen Eck des Tores zu versenken.

Zu erwähnen wäre noch ein schöner Torschuss Stiebers nach Pass von Holtby, den Baumann über die Querlatte lenkte (86.). Zwei Minuten später setzte sich Volland einmal mehr am rechten Flügel durch, passte quer, sodass Rudy zum 3:0-Endstand abschließen konnte.

Abpfiff: Erneut eine verdiente Niederlage des HSV. Lobenswert erscheint mir aus Sicht des HSV nur, dass man trotz Unterzahl lange Zeit wenig ganz klare Torchancen für die Hoffenheimer zuließ. Bedenklich stimmt aber, dass und wie die Bälle bei eigenem Ballbesitz verschenkt werden. Behrami antizipiert und unterbindet viele Möglichkeiten des Gegners, es fehlt ihm aber an kreativem Passspiel.

Dass Adler nun zunächst für Drobny ins Tor zurückkehrt, betrachte ich keinesfalls als Schwächung. Im Gegenteil. In Sachen Spielaufbau durch den Torhüter halte ich René für den besseren Mann. Hoffnung macht mir auch, dass nun Schritt für Schritt die verletzten Spieler (Holtby, Beister, Lasogga) im Endspurt zurückkehren, sodass Zinnbauer endlich wieder mehr Alternativen zur Verfügung stehen.

Besorgniserregend bleibt aber der bereits angesprochene Mangel an Präzision/Konstruktivität im Passspiel, sowie die Tatsache, dass zumindest in diesem Spiel eindeutig viel zu wenig Bälle erfolgreich behauptet werden konnten. Dies war durchweg, vom defensiven Mittelfeld bis in die vorderste Reihe, festzustellen. Zwar ist bei der Einordnung dieses Spiels zu berücksichtigen, dass der HSV auswärts siebzig Minuten in Unterzahl spielen musste, dies darf jedoch keinesfalls den Blick auf diese Schwächen verstellen.

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach). Offenbar zeigen die anhaltenden Klagen der Gegner über die angeblich überharte Spielweise des HSV Wirkung bei den Schiedsrichtern. Perl legte jedenfalls die Regeln von Anfang an relativ eng aus, was für den HSV in seiner aktuellen Lage und Verfassung sicher kein Vorteil war. Die Entscheidung auf Strafstoß war dennoch richtig, da hilft auch kein Lamentieren. Die zugleich ausgesprochene Doppelbestrafung durch den Platzverweis für Drobny entsprach – ungeachtet der diesbezüglichen seit Jahren anhaltenden Diskussion – den leider unverändert geltenden internationalen Vorgaben.