Monat: Februar 2019

Punktgewinn beim FC Heidenheim

FC Heidenheim – Hamburger SV 2:2 (1:1)

Nach dem Aufwärmen unmittelbar vor der gestrigen Auswärtspartie des HSV erreichte HSV-Trainer Hannes Wolf die nächste Hiobsbotschaft. Vagnoman, der als Ersatz für den ebenfalls verletzten Douglas Santos (Zerrung) vorgesehen war, stand ebenfalls nicht zur Verfügung. So musste Wolf kurzfristig erneut umdisponieren. Da Sakai aufgrund seiner Sperre ohnhin nicht zur Verfügung stand, wurde es nun eng bei der Personalauswahl für die Abwehr. Denn im Grunde stand mit Lacroix nur noch ein weiterer gelernter Innenverteidiger zur Verfügung. Das Für und Wider der Besetzung der defensiven Außenbahn mit Innenverteidigern habe ich unlängst nach dem Spiel gegen die SG Dresden erörtert. Wolf entschied sich jedenfalls, den Rechtsfuß Narey von seiner angestammten Position auf der rechten offensiven Außenbahn ab- und nach links hinten zu ziehen. Obwohl Narey anzumerken war, dass er kein linker Außerverteidiger ist, sollte er die Aufgabe tatsächlich insgesamt ordentlich lösen. Jatta begann statt seiner auf der rechten, Hwang auf der linken offensiven Außenbahn, wobei beide nach ca. 10 Minuten die Flügel tauschten.

Der HSV musste also arg ersatzgeschwächt auswärts gegen die bis dahin formstärkste Mannschaft der 2. Liga antreten. Zur Erinnerung: es fehlten die Langzeitverletzten Papadopoulos, Ambrosius und Jairo Samperio, sowie Hunt, Sakai, Santos und nun also noch Vagnoman. Nur gut, dass bei der Kaderzusammenstellung vor der Saison auf eine gewisse Tiefe und Polyvalenz geachtet wurde.

Der HSV spielte meist in einem 4-4-2 gegen den Ball, wobei zunächst neben der Sturmspitze Lasogga Holtby oder Hwang die Abwehr anliefen Bei eigenem Ballbesitz sah man die gewohnten Positionierungen des 4-1-4-1.

Die Gastgeber agierten ohne Ball deutlich offensiver als zuvor die Dredener. Sie versuchten in einem 4-4-2 durch aggressives Anlaufen der neu formierten HSV-Abwehr Unruhe und Unsicherheit zu erzeugen, was ihnen jeweils zu Beginn beider Halbzeiten auch gelang. Mit Ball ähnelte ihr System einem 4-3-3, und es war ihnen das Selbstbewusstsein infolge ihrer Erfolgsserie jederzeit anzumerken.

Beide Teams agierten also offensiv und waren bemüht, ihr Spiel durchzusetzen. Die ersten 25 Minuten offenbarten jedoch klare Vorteile für die Gastgeber. Heidenheim brachte die HSV-Defensive immer wieder in größte Verlegenheit. Den Angriffen des HSV fehlte es erneut an Präzision und Geschwindigkeit. Wo schnelle Ballverarbeitung gefragt gewesen wäre, wurde zunächst regelmäßig zu umständlich gespielt (Özcan) oder technische Fehler führten zu Ballverlusten (Gideon Jung). Daher war der Führungstreffer der Gastgeber in der 16. Spielminute nur folgerichtig. Dorsch konnte mit einem Fernschuss mitten durch eine chaotische HSV-Abwehr das 1:0 erzielen. Und es fügte sich ins Bild, dass es am Ende Rick van Drogelen war, der den Ball unhaltbar abfälschte. Nur zwei Minuten später kamen die Gastgeber nach einem Tempogegenstoß zu einer weiteren Großchance, und der HSV durfte sich bei einem Platzfehler bedanken, der den Ball unmittelbar vor dem Torschuss verspringen ließ, sodass der Abschluss letztlich deutlich neben und über das Tor flog

Nach 25 Minuten kam der HSV zu meiner Erleichterung besser ins Spiel. Nach einem schnellen Antritt von Hwang kam der Ball zu Holtby, der mit einem sehenswerten Lupfer Berkay Özcan zentral im Strafraum der Heidenheimer bediente. Özcan hatte keine Mühe, den Ball zum Ausgleichstreffer aus 10 Metern zu versenken (30.). Nur drei Minuten später scheiterte Holtby nach feinem Zuspiel von Jatta aus aussichtsreicher Position. Somit ging es aufgrund einer klaren Leistungssteigerung des HSV mit einem gerechten 1:1 in die Kabinen.

Hat sich Wolf vercoacht?

Zur Pause nahm Wolf für mich überraschend Jatta aus dem Spiel und ersetzte ihn durch Janjicic. Jatta hatte wie auch Mangala nicht seinen besten Tag erwischt, eine Notwendigkeit für diesen Wechsel erschloss sich mir dennoch nicht. Die Idee dahinter dürfte offensichtlich sein: Er wollte augenscheinlich das zentrale Mittelfeld verdichten. Damit aber schwächte er nicht nur die linke Außenbahn, sondern kastrierte zugleich zunächst die eigene Offensive. Und es waren m.E. die Außenbahnen, nicht das Zentrum, über welche die gefährlichen Angriffe des Gegners bis dahin liefen. Teil eines Defensivkonzepts kann auch sein, die Abwehr durch eigenes Angriffspotenzial zu entlasten. Durch Janjicic bekam der ungewohnt schwach spielende Mangala zwar einen zweiten Sechser an die Seite, aber zu einer Stabilisierung des HSV-Spiels führte dies nicht. Im Gegenteil! Wieder taumelte die Abwehr des HSV sofort nach Wiederanpfiff von einer Verlegenheit in die nächste, sodass einem Angst und Bange werden konnte. Wieder kam der HSV kaum ins Spiel und dies trotz Traineransprache während der Halbzeitpause. Dass Wolf hier nicht die richtigen Worte gefunden hat, halte ich für eine unzulässige, da unbelegbare Unterstellung. Wer selbst als Trainer jahrelang gearbeitet hat, weiß, dass die Einflussmöglichkeiten eines Trainers während des Spiels begrenzt sind und Sportler öfter Anweisungen trotz ausdrücklichem, sogar mehrfachem Hinweis nicht umsetzen. Aus tausenden Gründen. Zu behaupten, daran sei der Trainer schuld, da er sportlich verantwortlich sei, ist eine bequeme, allfällige Behauptung, die ich jedoch für nicht zutreffend halte. Allerdings muss sich Wolf die Frage gefallen lassen, ob der taktische Wechsel eine gute Idee gewesen ist. Denn dafür trägt er nun unbestreitbar die Verantwortung. Jedenfalls kam, was unter diesen Umständen kommen musste. Dem FCH gelang in 54. Minute zunächst der erneute Führungstreffer, und der HSV lief in jeder Hinsicht der Musike hinterher.

Es dauerte erneut mehr als zwanzig Minuten, bis der HSV wieder zurück ins Spiel fand. Ein Grund dafür war in meinen Augen der Wechsel von Arp für den dieses Mal erkennbar indisponierten Gideon Jung in der 67. Spielminute. Durch die Einwechselung eines zweiten Stürmers wurde die wackelige Abwehr entlastet und zugleich wurde das eigene Offensivspiel endlich zwingender. Wenn man man von einem taktischen Fehler Wolfs im Zusammenhang mit seiner ersten Auswechselung/Umstellung sprechen möchte, dann hat er diesen durch diese Veränderung jedenfalls auch korrigiert. Denn Lasogga gelang zeitnah der Ausgleichstreffer, nachdem Narey nach schnellem Antritt auf der linken Außenbahn zunächst Holtby gefunden hatte, dessen Schussversuch jedoch zunächst noch von der Heidenheimer Abwehr in höchster Not geblockt werden konnte. Hamburgs Sturmspitze setzte gedankenschnell nach und erzielte das 2:2 (69.).

In der 74. kam mit Lacroix ein weiterer kopfballstarker Abwehrspieler. Er ersetzte Hwang, dem nach längerer Verletzungspause die Kräfte schwanden. Diesen Wechsel konnte ich auch deswegen nachvollziehen, weil man in der Endphase der Partie durchaus mit langen und hohen Bällen als Schlussoffensive der Gastgeber rechnen konnte. Lacroix spielte zweitweilig als eine Art letzter Mann zwischen Bates und van Drongelen. Wie bereits in der ersten Halbzeit hatte der HSV das Spiel ab Mitte der zweiten Halbzeit insgesamt gut im Griff, sodass die Punkteteilung meines Erachtens in Ordnung geht.

Fazit: Ein leistungsgerechtes Unentschieden. Bedenkt man die vielen personellen Ausfälle und die Formstärke der Heidenheimer, ist das 2:2 kein Verlust von 3 Punkten sondern eindeutig ein redlich verdienter Punktgewinn.
Handlungsgeschwindigkeit und Handlungssicherheit heißen weiterhin die Baustellen des HSV. Wie schon in meinem letzten Blog angemerkt, muss sich beides weiter verbessern, will der HSV am Ende der Saison aufsteigen. Jatta trennte sich öfter etwas zu spät vom Ball, Özcan kreiselte unnötig raumgreifend statt den schnellen Pass oder die Spielverlagerung zu suchen, und Jung hatte in meinen Augen total verwachst. Das kann bei ihm Tagesform gewesen sein, ist möglicherweiseaber auch Folge seiner noch fehlenden Wettkampfpraxis nach langer Verletzungspause. Unter dem Strich kann man nachvollziehen, dass die Handlungssicherheit beeinträchtig wird, wenn die Mannschaft verletzungsbedingt derart durcheinandergewürfelt werden muss.

Aufstellung: Pollersbeck – Jung (67. Arp), Bates, van Drongelen, Narey – Mangala – Jatta (46. Janjicic), Holtby ,Öczan, Hwang (74. Lacroix) – Lasogga

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken). Gut.

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Das Niedrigwasser beim Elbeduell legt Grundsätzliches frei

Das Beste aus Hamburger Sicht nach der gestrigen Partie gegen die SG Dynamo Dresden vorweg: Der HSV gewann sein Heimspiel mit 1:0 (0:0) und bleibt mit nunmehr 43 Punkten und einem Torverhältnis von 28:22 (+6) Tabellenführer der 2. Bundesliga.

Hoch verdienter Erfolg oder glücklich?

Beides, die nackten Zahlen als auch auch der Spielverlauf, nötigt mich zu einem kritischen Blick. Man darf diesen Sieg aufgrund der über weite Strecken vom HSV dominant und abgeklärt geführten Begegnung mit einiger Berechtigung als verdient bezeichen. Aufgrund des späten Zeitpunkts des Siegtreffers (84.) durch Holtby, sowie der Art und Weise seines Zustandekommens als Folge gleich mehrerer, kapitaler Fehler der gegnerischen Abwehr könnte man jedoch ebenfalls behaupten, der HSV habe am Ende doch glücklich gewonnen. Wie die Begegnung verlaufen wäre, hätte Pollersbeck in der 52. Minute nicht gegen den allein auf ihn zustürmenden Koné famos pariert, kann ebenfalls nachdenklich stimmen. Denn das Hamburger Publikum fing gerade merklich damit an, angesichts des oft uninspiriert wirkenden Offensivspiels seiner Mannnschaft hörbar seinen Unmut zu bekunden. Ob es dem HSV unter diesen Umständen gelungen wäre, gegen über weite Strecken sehr dizipliniert und geschlossen verteidigende Dresdner einen Rückstand zu egalisieren und am Ende sogar den Platz als Sieger zu verlassen, das kann man mindestens bezweifeln. Ob also verdient oder glücklich, man ist meiner Meinung nach bei aller Freude über den Sieg und die Tabellenführung gut beraten, tunlichst nicht die Augen vor den immer deutlicher zutage tretenden Mängeln zu verschließen.

Gideon Jung als Rechtsverteidiger

Trainer Hannes Wolf hatte sich für Gideon Jung als Ersatz für den rotgesperrten Sakai entschieden. Damit besetzte ein gelernter Innenverteidiger/Sechser die Position des Rechtsverteidigers. Ich war vor dem Spiel skeptisch, ob dies die richtige Entscheidung war und fühle mich, um dies vorweg zu nehmen, trotz des erfolgreichen Ausgangs aus Hamburger Sicht, keineswegs eines Besseren belehrt. Die Befürworter dieser Idee argumentierten, dass die Außenverteidiger unter Wolf ohnehin weit nach innen Richtung Spielfeldmitte einrücken, und Wolf selbst rechtfertigte seine Entscheidung im Vorfeld mit Hinweis auf die durch Jung verbesserte durchschnittliche Körpergröße seiner Mannschaft und die damit einhergehenden besseren Erfolgschancen bei Kopfballduellen.

Tatsächlich war zu beobachten, dass Jung bei eigenem Ballbesitz weit nach vorn aufrückte und teils neben Mangala als zweiter Sechser, öfter jedoch sogar noch offensiver im Achter-Raum agierte. Damit war er eine zusätzliche Anspieloption im vorderen Mittelfeld gegen eine Dresdner Mannschaft, die zu Beginn der Partie ca. 5 Meter hinter der Mittellinie in der eigenen Spielhälfte ihre erste Defensivreihe positionierte, während ihre zweite Reihe ca. 20 Meter dahinter vorgeschoben spielte. Damit verengten die Spieler der SGD über weite Strecken erfolgreich die bespielbaren Räume und hielten so den angreifenden HSV meist fern vom letzten Spielfeldrittel und damit außerhalb der gefährlichen Zone rund um und innerhalb des Strafraums.

Bei den Gegenstößen nach Ballverlusten des HSV wurde jedoch rasch offensichtlich, dass die große Mehrzahlt aller gefährlichen Situationen der Gäste über den rechten Flügel des HSV initiiert wurden. Weder ist Jung dribbelstark genug für ein Offensivspiel auf der Außenbahn, noch hatte er die Geschwindigkeit, um von seiner hohen Achterposition schnell genug die zwangsläufig entstehende Lücke im hinteren rechten Bereich zu zulaufen. In einigen Situationen konnte man ihm auch die mangelnde Erfahrung auf der Position deutlich anmerken. Mindestens einmal erfasste er eine Situation in senem Rücken deutlich später als ein geschulter Rechtsverteidiger, was prompt zu einer sehr gefährlichen Situation vor dem Gehäuse des HSV führte. Diese blieb, wie fast alle anderen, folgenlos, was aber allein der gestrigen Abschlussschwäche der Gäste zu verdanken ist.

Ballzirkulation. Wieder keine Pointe.

Man kann mit einiger Berechtigung den HSV dafür loben, dass er auf der Suche nach der Lücke im Defensivverbund der Dresdner den Ball geduldig zirkulieren ließ. Auch das ist schließlich ein Ausdruck von Reife. Man kann ihn auch dafür loben, dass er (meist nach langen Diagonalpässen) einige Male erfolgreich die Freiräume auf den Flügeln fand, was prompt zu torgefährlichen Szenen führte. Doch so sehr sich Lasogga und Co auch mühten, entweder wurde der letzte Pass zu unpräzise gespielt (Jatta), oder Dynamos Torhüter Schubert parierte glänzend, oder der Schiedsricher versagte den Strafstoß nach fragwürdiger Zweikampfführung (Wahlquist an Narey). So lief der Ball zwar meist sicher durch die Hamburger Reihen, ohnedass aber aus der Dominanz tatsächliches Kapital geschlagen werden konnte. Und hier zeigt sich, das eben belegt auch die Tordifferenz eindeutig, ein grundsätzlicher Mangel: es mangelt an Geschwindigkeit bei der Ballzirkulation, es werden zu häufig freie Spieler zu lange ignoriert (van Drongelen benötigte einige Male Ewigkeiten bis er die Situation erfasste und den freien Kollegen auf Linksaußen endlich anspielte), und Jung war zwar passsicher, spielte aber in etwa so kreativ, bzw. sachlich-dröge wie ein Steuerbescheid vom Finanzamt. Holtby eroberte zwar wichtige Bälle, verlor diese aber einige Male umgehend, weil er keine Anspielstationen fand. Auch der nach einer halben Stunde erfolgte Flügelwechsel, Jatta nun über rechts, Narey über links, war gut, brachte aber nicht den Durchbruch.

Fehlende Kreativität – ein Dauerpoblem

Da Aaron Hunt leider nicht zur Verfügung stand und Wolf lange auf Ito (kam in der 76. Minute für den lange unauffällig spielenden Öczan) verzichtete, fehlte es dem Spiel des HSV nicht nur an der bereits angesprochenen Geschwindigkeit bei der Ballzirkulation sondern viel zu häufig auch an Kreativität und den daraus resultierenden Überraschungsmomenten. Wenn diese Spieler außer Form sind oder verletzungsbedingt fehlen, ein Jatta nicht nur den Gegner sondern sich selbst zu oft überrascht…, dann bleibt das Offensivspiel trotz aller individuellen Klasse und spielerischen Dominanz zu oft ungefährlich. 28 Tor belegen dies eindeutig. In Sachen Handlungsgeschwindigkeit, Präzision und Abschluss (Ito) bleibt unverändert viel, viel Luft nach oben.

Leider musste auch noch Douglas Santos in der 60. Minute mit Oberschenkelproblemen das Feld verlassen. Damit fehlte dem Hamburger Spiel zusätzlich nun der fußballerisch eindeutig beste Spieler. Er wurde von Wolf durch Vagnoman ersetzt. Dadurch wurde meine taktische Überlegung, Jung als Rechtsverteidiger zu erlösen und stattdessen eben durch Vagnoman die rechte Außenbahn tatsächlich zu doppeln, hinfällig. Meines Erachtens hätte diese Variante den Vorzug gehabt, dass das Spielfeld gegen die kompakte Abwehr der Dresdner „breiter“ geworden wäre und beide Flügel gleichwertig mit Tempo besetzt gewesen wären. Dennn auch das war zu beobachten: Den Gästen gelang es immer wieder, das Spiel des HSV fast zum Stillstand zu bringen. Ein Douglas Santos, gleich wie weit die Außenverteidiger einrücken, schaltete sich immer wieder dynamisch ins Offensivspiel ein, ein Jung kann dies eben nicht.

Entscheidung kurz vor Schleusenschließung

Mit zunehmender Spieldauer vor allem in der zweiten Hälfte konnte der HSV die wie eingangs erwähnt hoch stehende Abwehr der Gäste immer weiter zurückdrängen und unter Druck setzen. Kurz vor Spielende (84.) kam es dann zu einer folgenschweren Verkettung gleich mehrerer fataler Fehler: Dresdens Wahlquist spielt ohne Not, da ohne wirklichen Gegnerdruck aus kurzer Entfernung an der eigenen Strafraumgrenze stehend zu seinem Torhüter Schubert, dem der aufspringende Ball zunächst durch die Bein rutschte. Sein folgender Befreiungsschlag durch die Mitte traf aus Hamburger Sicht glücklicherweise den anstürmenden Holtby, der sich sofort gedankenschnell um die eigene Achse drehte und den Ball neben dem linken Pfosten zum Siegtreffer im Tor der SGD unterbrachte.

Dass auch noch Jann-Fiete Arp eingewechselt wurde (84., für Jatta), blieb ohne Auswirkungen auf das Spiel. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang nur, dass ihn das heimische Publikum bei seiner Einwechselung nach dem völlig unnötigen jüngsten Theater um seine Vertragslage ohne jegliche Pfiffe empfing und in gewohnter Manier feierte.

Fazit: Der HSV bleibt der große Minimalist oder, wenn man so will, effektiv. Weder der Sieg noch die Tabellenführung dürfen über die Schwächen hinwegtäuschen. Tatsächlich souverän ist die Mannschaft (noch) nicht. Wer so wenig Tore schießt, für den bleibt fast jede Partie bis zu ihrem jeweiligen Ende eine Zitterpartie. Will man am Ende aufsteigen, sollte sich hier zukünftig eine Verbesserung nachweisen lassen.

Mannschaftsaufstellung: Pollersbeck, Jung, Bates, van Drongelen, Douglas Santos (ab 60. Vagnoman), Mangala, Holtby, Narey, Özcan (ab.76. Ito), Jatta (ab 84. Arp), Lasogga

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück). Nicht fehlerfrei. Sicher kein Heimschiedsrichter.