Von Rucksäcken, Baustellen und Blumentöpfen: Der HSV verpatzt die Heimpremiere.

AKTUALISIERUNG: Badelj verlässt den HSV und wechselt zum AC Florenz. Green wird für ein Jahr ohne Kaufoption, Holtby für ein Jahr mit Kaufoption ausgeliehen.

Ich gebe zu, auch nach einer Nacht des Überschlafens steckt mir das gestrige Spiel noch in den Kleidern. Ich beginne daher zunächst mit etwas Positivem.

Vor dem ersten Heimspiel der Hamburger gegen den Aufsteiger SC Paderborn 07 verdichteten sich die Meldungen, dass sich der HSV weiterhin um die Verpflichtung zweier neuer Spieler bemüht: Julian Green und Lewis Holtby.

Der hochtalentierte Außenbahnspieler, Julian Green (19), stammt aus der Jugend des FC Bayern München, besitzt dort einen Vertrag bis 2017 und soll leihweise für ein Jahr für den HSV auflaufen. Er ist gelernter Linksaußen, schießt jedoch beidfüßig und kann auch auf der rechten Außenbahn und im Sturm eingesetzt werden. Eine Verpflichtung, die mir aus gleich mehreren Gründen sinnvoll erscheint. Denn ich sehe im derzeitigen Kader unverändert zwei Problemzonen. Eine davon ist beinahe schon traditionell die rechte offensive Außenbahn. Nicolai Müller, der als Konkurrent/Ersatz für den langzeitverletzten Maxi Beister vom 1. FSV Mainz 05 verpflichtet wurde, verpasste einen Großteil der Vorbereitung mit der hamburger Mannschaft und plagt sich bekanntlich mit einer hartnäckigen Adduktorenverletzung, sodass er unverändert nicht zur Verfügung steht. Arslan und Rudnevs können zwar ebenfalls auf dieser Seite spielen, doch bleibt dies in beiden Fällen eine Notlösung. Ilicevic erscheint mir, ich schrieb das erst neulich, auf der linken Außenbahn stärker. Zudem habe ich den Eindruck, dass Ilicevic derzeit ein gutes Stück von seiner Bestform entfernt ist.

Bei Holtby (23) ging ich bisher davon aus, dass seine mögliche Verpflichtung aus finanziellen Gründen von einem kurzfristigen Abgang van der Vaarts oder Badeljs abhängig sei. Offenbar habe ich mich getäuscht, denn Beiersdorfer scheint einen anderen Finanzierungsweg gefunden zu haben. Wenn die Verpflichtung des Ex-Schalkers denn klappen sollte, dann kann ich dies gerade auch unter dem Eindruck des gestrigen Spiels nur begrüßen. Denn die zweite Baustelle, das wurde m.E. einmal mehr offensichtlich, ist das zentral-offensive Mittelfeld. Womit ich beim gestrigen Spiel wäre.

Die Vorzeichen schienen ach so günstig! Vom Interesse der Hamburger an den beiden genannten Spielern hatte der örtliche Boulevard erfreulicherweise wieder einmal erst im letzten Moment erfahren, was mir unverändert lobenswert erscheint, denn als Anhänger des HSV war man ja jahrelang ganz anderes gewohnt. Das Stadion war überraschenderweise fast ausverkauft. Und dies nach einer absoluten Horror-Saison und gegen einen, die Paderborner mögen mir dies verzeihen, für Erstligaverhältnisse namenlosen Gegner. Das nach dem Rückzug der CFHH befürchtete Stimmungstief beim Support des Teams konnte ich mindestens bis zur Halbzeit ebenfalls nicht ausmachen. Dass man als Zuschauer, die vorangegangene Saison noch allzu gut  im Gedächtnis, angesichts der erneut absolut enttäuschenden Darbietung der Heimmannschaft nach einem 0:2-Rückstand ab der 69. Minute in Schweigen verfällt, halte ich für vollkommen nachvollziehbar und durch die Mannschaft selbstverschuldet.

Slomka vertraute zu Beginn der Partie derselben Mannschaftsaufstellung, die in der Vorwoche gegen den 1. FC Köln eine ordentliche Leistung abgeliefert und ein torloses Remis erreicht hatte:

Adler – Diekmeier, Djourou Westermann, Jansen (71. Ostrzolek) – Behrami, Badelj, Arslan (46. Stieber), Ilicevic – van der Vaart (37. Rudnevs) – Lasogga

Dass Slomka erneut, von Behrami einmal abgesehen, auf den Einbau der neuen Spieler zu Beginn verzichtete, halte ich bei aller verständlichen Neugier und Ungeduld mancher Fans für ebenfalls nachvollziehbar. Gerade beim Brasilianer Cléber wird man einige Wochen Geduld aufbringen müssen, bis er trotz mangelnder Sprachkenntnisse die Abläufe so verinnerlicht hat, dass sein Einsatz kein allzu großes Risiko darstellt. Man stelle sich vor, Cléber hätte gleich bei seinem ersten Einsatz aufgrund eines Missverständnisses in der seit Jahren umstrittenen Innenverteidigung ein Gegentor verschuldet – davon haben sich in Hamburg schon ältere, gestandene Spieler wie Gravgard und Rozehnal nicht mehr erholt. Was Stieber und Ostrzolek angeht, so ist zunächst die Tatsache, dass sie neu sind, für sich allein genommen kein Argument für einen Einsatz von Beginn an. Sie müssen, das halte ich für ganz normal, entweder im Training klar besser sein als ihre Konkurrenten, oder sich über Kurzeinsätze empfehlen. Dass Slomka hier zunächst die etablierten Spieler, Jansen und Ilicevic, favorisierte, ist ohne Kenntnis der täglichen Trainingsleistungen m.E. nicht zu beanstanden.

Das Spiel: Der HSV kam zunächst gut in das Spiel. In der ersten Viertelstunde lief der Ball flüssig durch die hamburger Reihen, die wie von Slomka auf der PK angekündigt, erkennbar bemüht waren, offensiv und druckvoll zu agieren. Man stand in der Abwehr hoch und war bemüht, das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Leider fehlte es, wie schon gegen Köln,  spätestens im letzten Drittel eklatant an Durchschlagskraft.

Der SC Paderborn war vor allem zu Beginn der Partie darum bemüht,  durch aggressiv-offensives Anlaufen der Abwehr bereits den Spielaufbau ihrer Gastgeber zu stören. Dennoch gelang es dem HSV zunächst, das Spiel in die Hälfte der Gäste zu verlagern. Dort angekommen traf man aber mit fortschreitender Spielzeit auf einen Gegner, der die Außenbahnen geschickt doppelte und sein aggressives Pressing ins Mittelfeld verlagerte. Resultat: weder über die Außenbahnen noch durch die Mitte konnte sich der HSV durchsetzen. Das Spiel der Hamburger wirkte von Minute zu Minute zunehmend hilf- und harmlos.

Auffällig aus hamburger Sicht, wie schnell sich der HSV im heimischen Stadion von den mutig aufspielenden Paderbornern den Schneid abkaufen ließ. Die Ostwestfalen wirkten, daran ändert auch die nach dem Spiel ausgeglichene Zweikampfstatistik (51 zu 49 %) nichts, griffiger, engagierter. Insbesondere bei den s.g. Zweiten Bällen hatten die Hausherrn meist das Nachsehen. Beides war enttäuschend, denn sowohl die Zweikampfstärke der Paderborner als auch die Bedeutung der Zweiten Bälle waren laut Slomka Gegenstand der Vorbesprechung vor der Partie. Enttäuschend auch, weil man von der Mannschaft der Hamburger nach der letzten Saison zumindest kämpferisch eine andere, bessere Einstellung erwarten konnte.

Nach der durchaus ordentlichen ersten Viertelstunde verfiel der HSV in alte Muster. Ganz vorne stand man zwar zeitweilig mit vier Leuten auf einer Linie, doch es fehlten Staffelung und vor allem Bewegung. Da sich die vordersten Leute fast durchweg im Deckungsschatten aufhielten, fehlte es dem jeweils ballführenden HSVer viel zu oft an möglichen Abnehmern. In Kombination mit der giftigen, entschlossenen Zweikampfführung der Gäste war es daher zunehmend nur eine Frage der Zeit, bis die Bälle aus Sicht des HSV verloren gingen. Auffällig auch, dass mit fortschreitender Spielzeit vor allem Behrami um Ordnung und Konstruktivität bemüht war. Badelj, der nach meinem Verständnis den offensiveren Part im Mittelfeld einnehmen sollte, und der daher in erster Linie für die Anbindung der Spitzen zuständig gewesen wäre, habe ich in dieser Funktion kaum positiv wahrgenommen. Es ist ein Jammer! Fußballerisch ist Milan sicher einer der stärksten Spieler im Kader der Hamburger, aber ihm fehlt derzeit viel, zu viel. Keine Explosivität, kaum Ideen, kein Selbstvertrauen. Stoisch verrichtet er, so wirkt es jedenfalls auf mich, sein Tagewerk. Statt neben einem Behrami entlastet aufzublühen, scheint er mir derzeit völlig abzutauchen. Aber, darauf sei noch einmal hingewiesen, wen will man auch anspielen, wenn sich kaum keiner bewegt?

Bereits in der 17. Minute hatte Stoppelkamp nach einem feine Lupfer von Vrancic die Doppelchance zum Führungstreffer für die Gäste, aber Adler konnte den Rückstand noch mit Mühe verhindern. Sechs Minuten später verpasste auch der exzellente Kachunga aus 7m und halblinker Position den Torerfolg. Mit Glück, Geschick und vereinten Kräften konnten dieses Mal Adler und Westermann gerade noch den Rückstand verhindern (23.). Mir schien es, als hätten diese beiden großen Chancen der Gäste den Hamburgern jegliches Selbstvertrauen geraubt. Zunehmend wirkte es, als bettelte man förmlich um das Gegentor.

Kachunga ließ sich jedenfalls nicht lange bitten und vollstreckte erneut nur sechs Minuten später  im Nachschuss zum 0:1, nachdem Adler den ersten Schuss von Koc gerade noch parieren konnte. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Arslan in der Vorwärtsbewegung, der den Konter der Paderborner einleitete. Da sich auch Diekmeier in der Vorwärtsbewegung befand, war zunächst die rechte Hamburger Seite offen wie ein Scheunentor, sodass Djourou ins Eins gegen Eins musste. Ob er dabei zu passiv blieb, kann man sicher diskutieren. Verantwortlich für den Rückstand bleiben aber Arslans Ballverlust, die fehlende Absicherung und die keineswegs optimale Rückwärtsbewegung der Hamburger.

Vom HSV war offensiv während der gesamten ersten Hälfte erschreckend wenig zu sehen, was auch, aber das kann letztlich nicht als alleinige Begründung dienen!, am frühzeitigen Ausfall von van der Vaart lag, der bereits in der 37. Minute mit Wadenproblemen das Feld verlassen musste.

Zur Halbzeit musste Arslan in der Kabine bleiben. Für ihn kam Stieber, der wie erwartet die linke Außenbahn bespielte, während der bemühte, aber oft glücklos agierende Ilicevic wie schon gegen Köln auf die rechte Außenbahn wechselte. Mit anderen Worten: Slomka wechselte von einem 4-4-1-1 auf ein 4-4-2 mit Rudnevs neben Lasogga als zweiter Spitze.

Zunächst schien es, als würde sich diese Umstellung auszahlen. Zwischen der 55. und der 63. Spielminute kam der HSV nun zu einigen, wenigen Torgelegenheiten, die aber allesamt vergeben wurden. Lasogga war wie immer fleißig, aber ihm fehlt verständlicherweise noch die Explosivität und auch die Form, sodass er, in der 61. Minute zentral vor dem gegnerischen Tor stehend, einen feinen Querpass von Jansen nicht verwerten konnte. Nur zwei Minuten später traf Ilicevic einmal mehr(!) beim Abschluss den Ball nicht sauber, und auch Rudnevs kam anschließend am langen Pfosten nicht an den „Querschläger“. Nicht nur bei Ilicevic habe ich den Eindruck, dass ihm die Misserfolge der letzten Saison wichtiges Selbstvertrauen geraubt haben. Derzeit befindet er sich auf dem Weg zum Chancentod. Allerdings ist auch lobend festzuhalten, dass er derzeit einer der wenigen Spieler beim HSV ist, der sich überhaupt Chancen erarbeitet.

In der 69. Minute, der HSV hatte im eigenen Strafraum den Ball erobert und setzte  gerade zum Konter an, wollte Rudnevs vor dem eigenen Sechzehner quer auf Lasogga spielen. Abgesehen davon, dass man Querpässe vor dem eigenen Strafraum tunlichst vermeiden sollte, und abgesehen davon, dass Rudnves Passversuch sowohl Präzision als auch der nötige Druck fehlte, hatte ich grundsätzlich den Eindruck, dass das Freilaufen nach Balleroberung viel zu langsam und unentschlossen erfolgte. Mehrfach war zu beobachten, dass Adler das Spiel gerne beschleunigt hätte, aber den Versuch abbrechen musste, weil sich offensichtlich niemand anbot. Aber hier mögen die Fernsehbilder möglicherweise einen falschen Eindruck erweckt haben. Jedenfalls bedankte sich Vrancic für dieses Geschenk, umkurvte Adler und vollstreckte zum vorentscheidenden 0:2.

In der 71. Minute kam mit Ostrzolek (für Jansen) der nächste Neue auf Seiten der Hamburger auf das Feld. Beide, Stieber und Ostrzolek haben m.M.n. andeuteten können, warum der Verein sie geholt hat, auch wenn sie keine ganz großen Glanzpunkte setzen konnten. Zu begrüßen ist in jedem Fall, dass sich der Konkurrenzkampf im Team weiter verschärft. Insbesondere im zentral-offensiven Bereich dürfte sich dies, sofern die Verpflichtung von Holtby tatsächlich gelingt, leistungsfördernd auswirken.

Nur der vollständigkeitshalber sei das 0:3 in der 87. Minute erwähnt, als sich der HSV einmal mehr über seine linke Seite auskontern ließ. Stoppelkamp vollstreckte aus halbrechter Position humorlos ins lange Eck. Dieser letzte Gegentreffer mag für manchen Zuschauer das Fass zum überlaufen gebracht haben, er ist aber in meinen Augen der geringen verbleibenden Restspielzeit und eben dem Rückstand geschuldet. Das ist also aus meiner Sicht nur ein Fall für die Statistik.

Schiedsrichter: Dankert (Rostock). Versagte dem SC Paderborn 07 in meinen Augen einen regulären Treffer (zum 0:2) wegen angeblicher Abseitsstellung. Hatte ansonsten keine Mühe mit der Spielleitung.

Fazit: Der HSV verliert hochverdient sein Auftaktspiel gegen einen diszipliniert und engagiert auftretenden  Aufsteiger mit 0:3 (0:1). Glückwunsch an Trainer André Breitenreiter und den SC Paderborn 07! In dieser Form werden auch noch andere etablierte Erstligisten ihre liebe Müh‘ und Not gegen die Ostwestfalen haben.

Der HSV ist fast alles schuldig geblieben. Von dem druckvollen Offensivfußball, den Slomka zuvor angekündigt hatte, war einmal mehr nichts zu sehen. Das Bemühen will ich der Mannschaft nicht absprechen, aber der Rucksack der Verunsicherung, mangelnde Kreativität, und Geschwindigkeitsdefizite in der Spielentwicklung sind offensichtlich.

Individuelle Fehler (Arslan, Rudnevs) sind prinzipiell nicht völlig zu vermeiden. Was mich wirklich verärgert hat, ist, dass man ohne Gelbe Karte aus einem Heimspiel kommt, obwohl man um die Bissigkeit der Paderborner in den Zweikämpfen wusste, und obwohl man nach der letzten Saison dem heimischen Publikum mindestens eine Top-Leistung in kämpferischer Hinsicht schuldig war. Sich nicht mit dem absoluten Willen in einen Zweikampf zu begeben – das kann man nicht mit fehlendem Selbstvertrauen aus der letzten Saison entschuldigen. Das ist eine Frage der Einstellung!

Was der SC Paderborn 07 geboten hat, das war ohne Frage gut, aber bei allem Respekt eben auch kein Fußball von einem anderen Planeten. Diszipliniert die Räume verengen, Lauf- und Kampfbereitschaft, all dies sind unverzichtbare Grundlagen, kein Hexenwerk.

Dieses Spiel ist für mich nicht aufgrund der Niederlage enttäuschend, sondern aufgrund der Art und Weise ihres Zustandekommens. Es besteht für mich derzeit kein Grund, eine Trainerdiskussion zu beginnen,  oder mich an einer solchen zu beteiligen. Gleichwohl erwarte ich (s.o, meine Einleitung), dass sich der verschärfte Konkurrenzkampf in den nächsten Wochen deutlich leistungsfördernd auswirkt, auch wenn man in diesem Zusammenhang nicht sofort Wunder erwarten darf.

In meinen Augen gibt es einige Kandidaten, die für einen Bankplatz in Frage kämen. Für weitere Einsätze empfehlen konnten sich die Wenigsten. Insbesondere für Badelj, Arslan und Rudnevs dürften meiner Meinung nach, sollten Holtby und Green kommen und Müller fit werden, härtere Zeiten anbrechen. Aber auch Diekmeier täte es vielleicht ganz gut, wenn er den Atem eines Konkurrenten im Nacken spüren würde, denn Flanken dürfen auch mal ankommen…

Es bleibt bei der Erkenntnis der letzten Saison: Mit einer solchen Leistung, wie sie der HSV in diesem Spiel einmal mehr abgeliefert hat, kann man in der Ersten Bundesliga keinen Blumentopf gewinnen. Nicht einmal gegen, dabei bleibe ich, den größten Außenseiter. Zu den absoluten Grundvoraussetzungen gehören Kampf und Konzentration. Wer das in dieser Mannschaft immer noch nicht verstanden hat, der ist bald raus. Und das ist gut so.

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8 Kommentare

  1. Hi, ich war am Samstag im Stadion. Meines Erachtens sieht es vor Ort immer alles etwas anders aus. Im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu, was mir zum Teil positiv aufgefallen ist:
    Rudnev hat nicht nur stark gekämpft, er hat auch gut Zweikämpfe gewonnen. Illicevic ebenfalls wie Rudnev: Starker Einsatz, gutes Zweikampfverhalten aber dann: Versagen auf den letzten Metern und oder beim Torabschluss.

    Den Abgang von Badelj kann ich gar nicht einschätzen. Mir ist nicht klar, wie die Aufstellung zukünftig aussehen wird, warum Skelbred bei der Hertha stark spielt und bei uns keine Chance bekommt, warum Demirbay ausgeliehen wurde ..

    Es bleibt also spannend auch wenn das erste Spiel daheim ernüchternd war.

    1. @muscomatik
      Mich würde interessieren, was Du vor Ort anders wahrgenommen hast. Vielleicht magst Du dazu noch ein Paar Sätze schreiben?

      Luhukay hat ihn bei Hertha oft einen Tick zentraler, z.B. außen in der Raute oder innen in einer offensiven Viererkette (beim 4-1-4-1), spielen lassen. Zudem hat er sich des Öftern klar zu Per bekannt. Ich denke, beides, das Vertrauen des Trainers und die meist etwas zentralere Positionierung, ist für Per wichtig. Für mich wäre Skjelbred ein idealer Spieler für die Halbpositionen (halbrechts/halblinks) oder die offensive(re) Ergänzung neben einem dominanten(!) 6er. Mit anderen Worten: er wäre in dieser Saison beim HSV meine Alternative zu Arslan gewesen. Neben/vor einem Behrami wäre er m.E. besser zur Geltung gekommen.

      Zu Demirbay: Behrami scheint mir bis auf Weiteres unantastbar. Die offensiven Mittelfeldpositionen sind beim HSV zukünftig alle mehrfach besetzt. Links: Ilicevic/Stieber/Green; zentral: van der Vaart/Arslan; rechts: Müller/(Green)/Beister. Es bliebe nur die ehemalige Badelj-Position. Dort könnte man aber auch Jiracek, Kacar oder Arslan spielen lassen. Wo also sollte Demirbay regelmäßig(!) spielen?

  2. „Was mich wirklich verärgert hat, ist, dass man ohne Gelbe Karte aus einem Heimspiel kommt, obwohl man um die Bissigkeit der Paderborner in den Zweikämpfen wusste, und obwohl man nach der letzten Saison dem heimischen Publikum mindestens eine Top-Leistung in kämpferischer Hinsicht schuldig war. Sich nicht mit dem absoluten Willen in einen Zweikampf zu begeben – das kann man nicht mit fehlendem Selbstvertrauen aus der letzten Saison entschuldigen. Das ist eine Frage der Einstellung!“

    Lieber Trapper,

    muß Dir „leider“ sowieso in Deiner Analyse zustimmen, aber die obige Passage trifft derzeit meinen hauptsächlichen Ärger auf den Punkt! Warum das beim HSV seit einigen Jahren eigentlich – und zumindest seit der letzten Saison – meist so ist, kann ich allerdings genauso wenig sicher beantworten wie erkennbar z.Zt. Trainer und auch Vorstand.

    Wieso schicken fast alle anderen Vereine Mannschaften auf den Platz, während es beim HSV immer wieder wie eine adhoc zusammengestellte Spieltruppe wirkt, und das unabhängig vom jeweiligen Trainer? Wieso ist in den derzeit ja immer noch auflaufenden Spielern nach der durchlittenen, aber letztlich auch „erfolgreich“ durchstandenen Horror-Saison des vorigen Jahres nicht ein „Wir-Gefühl“ entstanden, das sich zumindest in jedem Spiel in Form von mannschaftlicher Geschlossenheit und Kampfbereitschaft ausdrückt? Was empfinden die HSV-Spieler, wenn sie sich z.B. das Spiel Schalke gegen den FCB ansehen, wie erstere sich nach vermurkstem Start quasi reingebissen haben, und im Vergleich dazu ihre eigene Leistung noch einmal per Video? Wieso schämen sie sich nicht derart, daß sie sich vornehmen, NIE WIEDER kampflos zu verlieren? Wieso ist den HSV-Spielern nicht bis in die letzte Zelle bewußt, daß sie den Fans nach der vorigen Saison im 1. Heimspiel – gegen keinen Übergegner – auf keinen Fall so ein Spiel anbieten können? Kurz: Warum scheint beim HSV alles so anders zu sein als im Rest der Bundesliga?

    Offen gesagt, bin ich ratlos – und das kommt so oft nicht vor!

    Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison habe ich auch nicht die geringste Lust, dem einzelnen Spieler durch einen zweiten intensiveren Blick mehr Gerechtigkeit ggü. walten zu lassen, bzw. die Niederlage „nur“ mit „Eigenfehlern“ oder dem Versagen/Trainingsrückstand einzelner zu erklären, denn das haben wir in der vorigen Saison fast bis zum Erbrechen gemacht. Ich möchte im Gegenteil den Speilern auch einfach nur einmal zurufen dürfen: „Das war NICHTS, aber auch wirklich gar nichts“ (gemessen am Niveau der 1. BuLi) … und bin zugegebenermaßen froh, nicht auch noch Trainer oder Vorstand in diesen Tagen sein zu müssen (-:.

    1. Ich sehe das ähnlich, aber auch anders.

      Es bringt m.E. nicht allzuviel von der Mannschaft zu reden und zu schreiben. Man muss auch mal in die Einzelkritik gehen. Es hat Spieler gegeben die würden vermutlich in der U23 nicht aufgestellt oder aber umgehend wieder ausgewechselt werden. Deren Leistung auf dem Platz war eine Frechheit.

      Arslan versucht offenbar recht erfolgreich einem ehemaligen Kollegen nachzueifern. Er hat die unwiderstehliche Fallsucht eingeführt. Wenn er nicht durchkommt lässt er sich halt fallen. Noch fallen die Schiedsrichter darauf rein.

      Lasogga ist der Platz in der Angriffsmitte derzeit offenbar zu gefährlich und zu schmerzhaft, er treibt sich daher lieber an den Außenlinien rum und zeigt dort was ihm derzeit (?) zu einem guten Fußballspieler fehlt.

      Ilicevic hat ohne Zweifel fußballerische Qualität. Vor dem Tor verfällt er offenbar in Panik und Hektik und versemmelt jede Chance zur Torerzielung.

      Diekmeier macht pro Spiel zwei oder drei Flankenläufe, schickt am Ende dann jeweils Gebete und Ball gen Himmel und fehlt, bei Ballverlusten, regelmäßig in der Abwehr. Diese Art zu spielen ist immer für ein Gegentor gut.

      Djourou leidet an Konzentrationsschwäche. Es ist bekannt, dass der Mensch nach dem Mittag eigentlich eine Pause benötigt. Die Leistungskurve fällt ab. Wie erklärt man diesem Spieler, dass die Mittagspause um 15:30 hinter ihm liegen sollte?

      Zu Bedelj verweigere ich die Auskunft über meine Meinung. Ein Spieler mit großem Potenzial. der mit zunehmender Zugehörigkeit zum HSV im gleichen Umfang seine Leistung abgebaut hat.

      Jansen hatte wohl die Hoffnung und möglicherweise auch den Glauben, dass ein Verein 5 Mio. für ihn bietet und er dann gehen kann. Pech gehabt, er muss noch ein Jahr bleiben und überbrückt diese Zeit lieber mit ständiger Präsenz vor Mikrofonen und Kameras. Wie sagte schon Dieter Nuhr: (Frei Übersetzt.) „Wenn dir nichts Sinnvolles einfällt, dann einfach mal die Klappe halten“.

      Nicht so schlecht, wenn auch verbesserungsfähig fand ich Adler, Westermann, Rudnews, Behrami.

      Trainer Slomka sollte nun endlich auch die unverletzten neuen Spieler einsetzen. Schlechter kann es nicht werden. Falls Konditionsprobleme bestehen kann man dann ja wechseln.

      1. Hi @ oldiehamburg

        natürlich ist auch mir klar, daß man mit solch pauschalem Urteil, wie meines von gestern, dem einzelnen Spieler keine Gerechtigkeit widerfahren läßt. Und so bin ich mit der Einzelkritik, auch wenn ich z.T. andere Worte oder Gründe gefunden hätte, durchaus einverstanden. Lediglich Westermann und Adler sehe ich kritischer.

        HW4 wirkte am Samstag mal wieder viel zu langsam auch im Kopf, im Erkennen der Situation. Dies sollte aber eine zentrale Eigenschaft gerade eines Innenverteidigers sein, frühzeitig Situationen zu antizipieren und dann entschlossen zu handeln. Wenn ich z.B. sehe, wie er vor dem 0:2 und dem 0:3 im Prinzip den richtigen Laufweg mit – zu Beginn – auch dem erforderlichen Tempo nimmt, dann aber kurz vor der sich geradezu aufdrängenden Grätsche – nicht in den Mann sondern zum Ball – das Tempo rausnimmt und austrabt, frage ich mich, was ihn in solchen Momenten dazu bewegt, es nicht zumindest einmal zu versuchen, den Ball noch in letzter Sekunde zu blocken oder ins Aus abzufälschen. Ich würde ihn daher zukünftig primär als „back up“ für DD einsetzen, um letzterem den Druck zu machen, den er wohl mal braucht, um konzentrierter, bzw. situationsangemessener zu agieren. Auf der RV-Position ist das Schadenspotential eines Stockfehlers nicht so groß wie in der IV, und HW4 ist einfach zu teuer, um ihn etwa ganz „auszumustern“.

        Adler muß sich dringend in der Spieleröffnung verbessern. Es war zwar ein paar Mal zu sehen, daß er vergeblich einen Abnehmer für einen Handabschlag suchte, mit dem er das Spiel schnell machen wollte. Wenn das nicht gelingt, schießt der den Ball „old-school-like“ recht unpräzise hoch und weit nach vorn, meist direkt gefolgt von einem Ballverlust des HSV. Das kann es nicht sein! Es wäre m.E. dann seine Aufgabe als erfahrener Torwart, seine Vorderleute bereits während des Spiels, sicherlich aber in der Pause oder generell außerhalb der Spiele auf dieses Verhalten aufmerksam zu machen. Es kann doch nicht sein, daß alle „blind“ nach vorne rücken, aber keiner an den Ball denkt, der sich in den Händen des Torwarts befindet. Da müßte es im Gegenteil 2-3 eingespielte Automatismen geben, die nach einer Eroberung des Balles durch den Torwart für eine schnelle Spieleröffnung zur Verfügung stehen. Auch Adler würde ich daher mal eine „Pause“ gönnen und für ihn eine Zeitlang zumindest Drobny spielen lassen, der sich Spielzeit durch seinen beispielhaften Einsatz vor allem im letzten Relegationsspiel mehr als verdient hat.

        Leider erachte ich beide – nur beispielhaften – Kritikpunkte für sog. basics, womit ich wieder bei meiner generellen Mannschaftskritik bin. M.E liegt es an der fehlenden/falschen Einstellung der Akteure, daß selbst solche Mechanismen seit langem beim HSV nicht mehr greifen. Um das noch einmal klarzustellen: Man kann das 1. Heimspiel verlieren, auch nach einer solchen Horrorsaison wie der letzten, man kann auch gegen Paderborn verlieren, aber nicht SO!

        Wenn physisch möglich, würde ich daher ab dem nächsten Spiel möglichst alle neuen Spieler in die Startelf berufen und von den bisherigen Akteuren positionsbedingt allenfalls DD (RV) Arslan (6/8) sowie Lassoga oder Rudnevs als Sturmspitze beibehalten. Ich glaube, allen bisherigen HSV-Spielern täte eine Zeit auf der Bank wirklich gut. Alle neuen Spieler, die sich schließlich für den HSV – trotz seiner letzten (schlechten) Leistungen – entschieden haben, werden ihre Gründe dafür gehabt haben. Ein wesentlicher wird m.E. bei allen die Lust sein, regelmäßig zu spielen. Warum nutzt man nicht diesen Schwung ungeachtet fehlender Eingespieltheit? Niederlagen einer solchen jungen Mannschaft würden nach meiner Einschätzung weit weniger kritisch aufgenommen als weitere „Offenbarungseide“ der bisherigen. Und im besten Fall geht es sogar einigermaßen gut, und wir sehen bereits den Kern der zukünftigen HSV-Mannschaft. Auf jeden Fall aber dürfte man hoffen, endlich mal wieder Spieler für den HSV auflaufen zu sehen, die erkennbar Spaß am Spiel haben. Behramis bisherige Leistungen, wenn auch sicher noch mit Luft nach oben, machen mir jedenfalls Mut und stärken mein Vertrauen in die Entscheidungen von Didi Beidersdorfer.

        1. Djourou müßte postionsbedingt natürlich auch noch als rIV eingesetzt werden (-:, da Tah ja nun verliehen ist.

          Meine Wunschaufstellung für das Spiel gegen Hannover wäre daher:
          Drobny
          DD, Djourou, Cléber, Ostrzolek
          Arslan, Behrami
          Green, Holtby, Stieber
          Lasogga/Rudnevs

          Und ja, ich meine das durchaus ernst (-:.

          1. Kannst Du Dich nicht entscheiden 🙄 ?
            Rudnevs oder Lasaogga, Beide geht nicht.

            Drobny ist eine starke Wahl, der ich nicht (ganz) folgen würde. Ich halte Adler und Drobny momentan für gleichgut. Adler ist intelligent genug um zu wissen, dass er wieder besser werden muss.
            Leider bin ich sicher, dass Slomka den Mut nicht hat. Schade eigentlich.

            1. Na ja, der Schrägstrich – im Unterschied zu den Kommata sonst – sollte anzeigen, daß entweder Rudnevs oder Lasogga eingesetzt werden sollte, einfach abhängig von der Spielidee (Rudnevs eher ein Konterstürmer, Lasogga ein typischer Keilstürmer) und vor allem von der jeweiligen Fitneß, die bei Lasogga ja erkennbar bisher nicht otpimal ist.

              Wen ich aufgrund seiner Adduktorenprobleme bei meiner Wunschaufstellung noch gar nicht auf dem Plan hatte, ist natürlich Müller. Dem Vernehmen nach trainiert er aber immerhin wieder mit der Mannschaft. Falls er fit ist, würde ich ihn eher auf RA einsetzen und Green eher als backup.

              Ähnliches bei vdV; wird er wieder wirklich fit, sollte auch er gesetzt sein (ggf. dann Holtby statt Arslan auf der 6). Ich hatte und habe nur den Eindruck, es dauert mal wieder etwas länger.

              In Bezug auf Adler bin ich – offen gesagt – selbst hin- und hergerissen. Mein Vorschlag, ihn pausieren zu lassen, soll nicht als „Strafe“ verstanden sein, sondern als Freiraum zur mentalen Rekonvaleszenz. Man könnte auch umgekehrt argumentieren, ihm gerade mit neuen Spielern auch weiterhin das Vertrauen zu schenken, damit er gerade durch weitere Spielpraxis und möglichst – wenn auch kleine – Erfolge mental genesen kann. Augenscheinlich ist aber m.E., daß er seiner eigentlich möglichen Form weit hinterherhinkt; dann aber sollte es kein einfaches „weiter so“ geben, sondern in irgendeiner Weise Veränderungen, an und mit denen er wieder spielerisches Selbstvertrauen erlangen kann.

              [ Aber an seiner Spieleröffnung sollte Adler unabhängig von allem anderen tatsächlich arbeiten; m.E. sollte jeder Torwart derzeit versuchen, seine Fähigkeiten als Feldspieler zu verbessern, um gute Erföffnungen zu gestalten, sich aber auch als guter letzter Rettungsanker anzubieten. Man kann ja schlecht die Evolution des Torwartspiels, die m.E. Manuel Neuer mit seinem Stil angestoßen hat – m.E. der entscheidende Grund, warum ihn immerhin Menotti als ehemaliger Nationaltrainer Argentiniens als besten Torhüter ALLER Zeiten eingestuft hat – einfach ignorieren. Man hat ja auch gestern im Freundschaftsspiel gesehen – abgesehen von allen anderen Torwarteigenschaften und -leistungen -, daß sich die Spieler deutlich umstellen mußten, als Weidenfeller für Neuer ins Tor kam; mit ihm konnten sie nicht annähernd so ruhig den Ball hinten zirkulieren lassen, wie das zuvor mit Neuer noch möglich war.]

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