Autor: Trapper Seitenberg

Ich interessiere mich für fast alle Sportarten. Schwerpunktmäßig für Fußball und Pétanque (Boule). Dabei interessiert mich nicht nur das eigentliche Spiel, sondern auch dessen Hintergründe. Also z.B. Training, Taktik, Mentale Wettkampfführung (Sportpsychologie) und die mediale Berichterstattung. Weitere Interessen sind u.a. Psychologie, Politik und Geschichte mit speziellem Augenmerk auf die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zur Entstehung devianten menschlichen Verhaltens in all seinen Facetten.

Es ist die Hölle mit Dir, SKY! – Anmerkungen anlässlich der Partie HSV – SV Sandhausen

Am gestrigen Abend schlug der Hamburger SV den SV Sandhausen zum Auftakt der Rückrunde beider Mannschaften vor heimischen Publikum mit 2:1 (1:0). Der Sieg des HSV war mehr als verdient, denn das knappe Ergebnis spiegelt nicht den über weite Strecken einseitigen Spielverlauf.

Damit wäre die Pflicht des Chronisten bereits erfüllt, hätte nicht zum wiederholten Male der Spielkommentator bei SKY die mit Abstand schlechteste Leistung aller Beteiligten geboten. Ich werde den Namen des offensichtlich Überforderten mit Absicht nicht nennen, denn es geht mir nicht um seine Person. Sein Name stünde nur stellvertretend für eine grundsätzliche, ärgerliche Beobachtung.

Dass SKY aus Kostengründen inzwischen zu vielen Spielen keine Kommentatoren mehr in die Stadien schickt, diese stattdessen selbst vor Bildschirmen im Nirgendwo sitzend die Spiele kommentieren, ist an anderer Stelle bereits erschöpfend kritisiert worden. Dass von ihrem einstigen Versprechen, „Alle Spiele, alle Tore!“, nach dem Verlust der Rechte auch keine Rede mehr sein kann – längst bekannt [Anm. des Verfassers: von Werbefreiheit ganz zu schweigen].

Neu ist aber, dass mindestens in der Zweiten Bundesliga inzwischen regelmäßig Kommentatoren zum Einsatz kommen, die mit erstaunlichen Regelinterpretationen aufwarten („Wenn der Schiedsrichter auf Vorteil erkannt hat, dann darf er nicht nachträglich die gelbe Karte zeigen. So lautet nun einmal die Regel!“ [Anm. des Verfassers: diese Regel suche ich bis heute. Vielleicht kann mir jemand behilflich sein?]) oder die kaum das Geschehen auf dem Rasen durch fachliche Anmerkungen und Hintergrundwissen einordnen. Taktische Beobachtungen, Erwägungen zum Für und Wider einer Herangehensweise der Mannschaften, Detailbeobachtungen, die gewöhnlich nur dem/der Fachkundigen auffallen? Fast nicht mehr bei SKY. Den „Mehrwert“ des Kommentars für den Zuschauer bilden dort überwiegend beckmesserische Fehlersuche (nach Ansicht von zig Wiederholungen in Super-Zeitlupe und unter Einsatz von Kalibrierungslinien verkünden sie den Schiedsrichtern und Zuschauern angeblich „klare Fehlentscheidungen“ [Anm. des Verfassers: das ist, als würde ich mich nach bestandenem Examen eines Wissens rühmen, welches ich nur dank des massiven Einsatzes von Spickzetteln vorgegaukelt habe]. Oder man emotionalisiert künstlich das Geschehen auf dem Platz, indem man wahlweise die Stimmlage ins hysterische hebt „Sen-sa-tio-nell!“ (bspw. bei einer für einen professionellen Torhüter ganz normalen Parade), oder behauptet, es sei ein schlechtes Spiel, weil „die Tore fehlen“. Ist logisch: Keine Fehler, keine Tore, kein Spektakel ergeben ein schlechtes Spiel. Oder etwa nicht?

Es gehört zum banalsten Sport-Wissen, dass ein eindeutig Unterlegener durch einen „Lucky Puch“ einen Wettkampf auch in letzter Minute doch noch gewinnen kann, es sei denn, der Überlegene entscheidet die Auseinandersetzung vorzeitig zu seinen Gunsten. Und im Zeitalter von allerlei Statistiken und SPIX-Werten, die Erklärungen oft mehr behaupten als sie tatsächlich liefern, darf und muss man gerade darauf ausdrücklich hinweisen. Dem Faktor „Zufall“ kommt unverändert eine gewichtige Rolle zu! Aber der Kommentator gestern behauptete, der Ausgleich sei Folge „von 15 aktiveren Minuten“ der Sandhausener und kritisierte sogleich den HSV. Das macht sich immer gut. Dumm nur, dass er sich praktisch selbst widerlegte, denn der Elfmeter war eben der bis dahin erste und einzige Torschuss der Gäste. Und man wird nun einmal selbst bei einer klar unterlegenen Mannschaft erwarten dürfen, können, sogar müssen, dass sie in 90 Minuten doch auch wenigstens gelegentlich in die Gefahrenzone des Gegners vordringt. Wenn das dann zu einem Torerfolg langt – Glück gehabt. Man könnte lapidar hinzufügen: Dann ist die Taktik eben aufgegangen.

Eine nüchterne Eindordnung wäre also möglich gewesen, aber offenbar nicht für den Kommentator. Er lobte sich stattdessen lieber überschwänglich selbst: „Hab-ich-es- Ihnen- nicht-gesagt?!“, jauchzte er sogleich. Ja, haben Sie, mein Herr! Erlauben sie mir aber den Hinweis: Das hätte selbst meine tote Oma vorhersagen können und gewusst, dass ein Spiel bei einem Zwischenstand von 1:0 noch nicht entschieden ist. Und die, mein Oma, hatte absolut keine Ahnung vom Fußball. Ich bin also angemessen beeindruckt, wenn Sie verzeihen wollen.

Nur konsequent, dass dieser Kommentator auch wusste, dass der Doppeltorschütze Lasogga „den Hattrick will und nicht nachgibt“. Bei einer zum Zeitpunkt dieser ergreifenden Erkenntnis verbleibenden Restspielzeit von rund 20 Minuten. Da schau her!

Ich zitiere an dieser Stelle meine wütende Reaktion auf Twitter:

Lasogga gibt nicht nach, er will den Hattrick“ Jeder Offensive würde gern ein Tor schießen oder mehrere, Du Vogel! Was hast Du gedacht? Dass er Feierabend macht?

Emotionalisierung, Fehlersuche, mangelhaftes Regel- und Taktikwissen, Eigenlob – all dies bietet SKY inzwischen im Überfluss. Dabei hätte gerade dieses gestrige Spiel Chancen en masse geboten, um dem interessierten Zuschauer mit klugen Hintergrundwissen oder Beobachtungen fachkundig durch das Spiel zu begleiten.

Nur als Auszug: Man hätte

  • es nicht bei der Feststellung belassen müssen, dass der HSV zur Halbzeit 80% Ballbesitz hatte, da prozentualer Ballbesitz für sich allein genommen wenig aussagt;
  • dem Zuschauer bei dieser Gelegenheit eben dies am Beispiel von Mannschaften, die sich den Ball in der Abwehr hin und her schieben ohne dem Ziel eines jeden Fußballspiels, dem gegnerischen Tor, auch nur ansatzweise näherzukommen, erkären können, oder den Vergleich zu Mannschaften ziehen können, die zwar tief in der gegnerischen Hälfte den Ball rund um den Strafraum zirkulieren lassen, aber dennoch keine Lösungen finden, um aus ihrer Überlegenheit Chancen zu kreieren;
  • man hätte den HSV unter Berücksichtung des oben ausgeführten loben können, dass er eben nicht nur hohen Ballbesitz und eine sehr gute Passquote erreichte, sondern sich eine Vielzahl von Chancen herausspielen konnte;
  • man hätte Beobachtungen zu den taktischen Systemen beider Teams und ihrer Umsetzung machen können anstatt es bei dem lapidaren Hinweis anlässlich des ersten Spielerwechsels zu belassen, die Gäste würden angesichts des Rückstandes nun doch mutiger. [Anm. des Verfassers: wie überraschend!].;
  • man hätte, wenn wir schon bei Taktik sind, z.B. feststellen können, dass der SVS fast vollständig auf ein Mittel verzichtete, das andere Gegner des HSV in der Hinrunde z.T. erfolgreich genutzt haben: bereits das Aufbauspiel des HSV durch offensives Pressing zu stören. Man hätte den Zuschauer darauf hinweisen können, dass die tapfer kämpfenden Sandhausener nicht nur klar individuell und als Mannschaft unterlegen waren, sondern dass es ihnen trotz ihrer extrem defensiven Ausrichtung tief in der eigenen Hälfte kaum gelang, die Abwehrlücken zu schließen, dass sie fast durchweg keinen Zugriff auf das Spielgerät bekamen und es ihnen auch nicht gelang, durch schnelles Umschaltspiel wenigstens für Entlastung und schon gar nicht für Torgefahr zu sorgen. Denn tatsächlich war der Strafstoß in der 65. Spielminute ja ihr erster Torschuss.
  • Man hätte als Kommentator über alternative taktische Wege laut nachdenken können, was allerdings voraussetzt, dass man tatsächlich versteht, was da auf dem Platz geschieht.
  • Man hätte Gideon Jung auf Seiten des HSV, der nach einem halben Jahr Verletzungspause und fehlender Wettkampfpraxis sein erstes Spiel spielte, dem dies nicht anzumerken war und der erkennbar das Aufbauspiel des HSV stabilisierte, herausstellen und loben können;
  • man hätte Spieler für gute Laufwege, erfolgreiche Antizipation, erfolgreiche Abwehraktionen hüben wie drüben loben können [Anm. des Verfassers: englische Kommentatoren beherrschen dies und sind sich dafür nicht zu schade!]
  • man hätte dem Doppeltorschützen Lasogga kritisch attestieren müssen, dass er eigentlich ein Tor mehr hätte erzielen müssen. Man hätte bemerken können, dass es ihm in mindestens einer Situation erkennbar an Handlungsschnelligkeit mangelte, was seine Leistung überhaupt nicht schmälert aber zu einer auf personellen Hype verzichtenden Bewertung gehört;
  • man hätte stärker auf das sehenswerte Duell zwischen dem jungen Jatta und dem erfahrenen Diekmeier eingehen können, das der Youngster für mich als eindeutiger Punktsieger beendete.

Diese Aufzählung des Möglichen ist keineswegs abschließend. Es ist sind nur Beispiele, doch ich möchte den geneigten Leser hier nicht weiter mit weiteren vergebenen Chancen langweilen. Festzustellen bleibt: Dem HSV kann man im Bezug auf das gestrige Spiel einzig vorwerfen, dass er seine Chancen nicht frühzeitiger und besser verwertet hat. Bei SKY muss ich inzwischen nach fast jedem Spiel im Bezug auf den Kommentator feststellen: Selbst klarste Chancen werden regelmäßig versemmelt. Versenkt wird dort nur eins: Das einstige eigene Niveau.

 

Guckst Du Gregoritsch

Da ha’m wir es wieder, war doch klar, nä?! Kaum hat der HSV den Gregoritsch zum FC Augsburg abgegeben, da trifft der dort nach Belieben. Die sind aber auch zu blöd, die Verantwortlichen des HSV.

Und dann den André Hahn geholt. Für 6+X Millionen. Viel zu teuer! Hat bisher eher performt wie `n Hähnchen, sag ich Dir. Was hätte man nicht alles mit der Kohle anfangen können! Und vom Berater haben die sich auch noch über den Tisch ziehen lassen, ist doch klar. Typisch HSV, von nix ’ne Ahnung.

Und der Trainer erst, dieser Gisdol. Wenn ich den schon sehe! Das soll Fußball sein, Alta?! Erste Bundesliga? Das ich nicht lache! Sagt auch der Sammer. Und der kennt sich aus.  Wirst Du nicht bestreiten wollen, oder?! In Wahrheit ist doch nichts besser geworden unter dem, keine Handschrift, nur Gurkengepöhle. Gegen Freiburg, ey!

Und über allem schweben diese Jacketkronen. Dieses sympathische Grinsen eines Haifischs von Investor. Mit dem möchte man sich nicht unbedingt spontan auf eine Tasse Kaffee zusammensetzen. Da gefriert der Kaffee doch in der Tasse! Der zieht in Wahrheit die Strippen. Kennt man doch. Von wegen die Politiker – Rockefeller und die anderen Großkapitalisten, die regieren die Welt. und jetzt auch noch den HSV – is‘ doch offensichtlich.

Und schon wieder gegen den Abstieg, siehste doch! Also bitte, denen hilft nur die 2. Liga, damit die endlich aufwachen und sehen was los ist, diese Spinner.

Es gäbe eine überzogene, fatale Anspruchshaltung rund um den HSV, diagnostizierte jüngst der @SvenGZ (Twitter) in einem lesenswerten Blogeintrag: http://zwergenwerke.blogspot.de/
Ich stimme ihm ausdrücklich zu.

Mit dem HSV kann man Aufmerksamkeit erzeugen. Das funktioniert immer. Für den Boulevard und seine Experten-Darsteller allemal. Jeder kann, jeder darf. Je heftiger druff geschlagen desto besser. Schärft das eigene Profil und sorgt zudem regelmäßig für Lacher. Kann man fast nichts verkehrt machen.

Doch, kann man, behaupte ich. Sogar eine ganze Menge.

Da wäre beispielsweise die Beurteilung der gegenwärtigen sportlichen Lage.  Die erste Frage, die hier zu stellen wäre: welchen Bewertungszeitraum wähle ich, um die sportliche Lage zu beurteilen? Die letzten insgesamt erfolglosen 30 Jahre? Die letzten 8 meist desaströsen Jahre? Dann ist es natürlich ein einziges fortwährendes Elend. Aber das ergibt in meinen Augen keinen Sinn. Im Gegenteil! Es verführt gerade zu Fehleinschätzungen. Denn Kader und Spielanlage haben sich viel zu stark verändert.

Beginnen wir stattdessen mit Labbadias Endphase. Damals stagnierte die Mannschaft nicht nur erkennbar spielerisch sondern sie war kaum noch in der Lage, Tore zu erzielen. Und Heimsiege? Konnte man mit der Lupe suchen. Ist gar nicht so lange her. Dann übernahm Markus Gisdol eine offensichtlich total verunsicherte Truppe. Nach fünf Spielen ohne nennenswerte Resultate begann die tabellarisch scheinbar hoffnungslos abgeschlagene Mannschaft zu punkten. 1,7 Punkte und 1,8 Tore im Durchschnitt unter seiner Leitung bis kurz nach der Winterpause, wenn ich nicht schwer irre. War nicht schön anzusehen, der Fußball, keine Frage!, aber wenigstens relativ erfolgreich. Und wen kümmert Schönheit wenn es ums nackte Überleben geht?!

Dann fielen zu Beginn der Rückrunde Nicolai Müller und kurz darauf auch noch Hunt verletzt aus. Ein Spieler, der diese Situation als Chance hätte nutzen können, hieß? Michael Gregoritsch! Hat er aber nicht. Fakt. Muss dann wohl der berüchtigte HSV-Elbe-Virus gewesen sein, oder? Weiß man doch: Beim HSV werden sie alle schlechter, nä?

Nein, so einfach ist das eben nicht!

Gregoritsch spielte beim HSV damals meist auf der linken Außenbahn, nur fehlten ihm die Antrittsschnelligkeit und die dort benötigten Fähigkeiten im eins gegen eins auf engstem Raum, die ein Kostic mit- und einbringt. Oder er kam im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Nur fehlte ihm dort die Qualität eines Aaron Hunt, ein Spiel lesen zu können und ggf. den tödlichen, den letzten Pass spielen zu können. „Gregerl“ hat andere Qualitäten. Gregoritsch ist vermutlich nicht nur in meinen Augen in erster Linie ein Abschluss-Spieler, eher kein Vorbereiter. Das Problem seinerzeit war, dass die Position des Mittelstürmers mehrfach überbesetzt war.  Wood schien gesetzt und mit seinem Profil besser zur gisdol’schen Spielanlage zu passen, die weitestgehend auf einen kontrollierten Spielaufbau verzichtete und stattdessen auf schnelle Balleroberung setzte. Auf der Payroll stand zudem noch Pierre-Michel Lasogga, der ebenfalls abschlussstarke Luca Waldschmidt und im Hintergrund scharrten Talente wie Knöll und vor allem Arp bereits mit den Hufen. Die Entscheidung, Gregoritsch abzugeben, war keine gegen das Talent des Spielers, sie war eine strategische! Allenfalls könnte man der sportlichen Leitung nachträglich vorwerfen, dass man es nie mit Gregoritsch in vorderster Rolle (in den letzten Spielen von Arp eingenommen) und Wood dahinter versucht hat. Aber selbst wenn man diesen Vorwurf erheben würde – wo hätte dann beispielsweise ein Waldschmidt auch nur ansatzweise eine realistische, glaubhafte Perspektive sehen können? Und was wäre mit Arp, dem nun so hoch gepriesenen? Nein, wenn man die Causa Gregoritsch nüchtern und nicht von seinem momentanen Lauf geblendet betrachtet, dann belegt sie m.E. , dass der Verein endlich zielgerichtet und systematisch-strategisch vorgeht anstatt Spieler fast wahllos zusammenzukaufen, nur weil die Gelegenheit gerade günstig erschien.

André Hahn ist auch so ein Fall vorschneller und wenig sachkundiger Bewertung. Kaum ist ein neuer Spieler beim HSV und performt nicht sofort auf höchstem Niveau, da meinen Viele zu wissen, dass dessen Verpflichtung eine rein Schnapsidee gewesen sein müsse.  Die vorangegangene Saison hatte aber eindringlich aufgezeigt (s.o.), dass es bei einem Ausfall Müllers an Tempo auf der rechten Außenbahn mangelte. Hahn ist ein schneller Offensiv-Spieler. Einer, den man bedenkenlos auch neben Wood als Doppelspitze aufbieten könnte. Einer, der nicht so sehr von einem überragenden Talent zehrt sondern sich vieles hart erarbeitet hat. Um es auf eine einfache, prägnante Formel zu bringen: Lieber einen Charakterspieler wie Hahn als zwei abgehobene, vermeintliche Jahrhundert-Talente wie Halilovic oder Green in der Mannschaft. Und was Hahns bisherige Leistungen angeht – wann wollen wir endlich neuen Spielern eine angemessene Zeit geben, um sich beim HSV zu akklimatisieren? Es ist immer das Gleiche: Rudnevs? Kaputt geschrieben schon vor dem ersten Pflichtspiel. Rincon? Dito. Nicolai Müller war auch bereits als Oberpfeife und Fehleinkauf verschrien ( – aktuell fehlt er sehr!). Santos bringt es nicht; Walace ist (defensiv) bundesligauntauglich und wird auch nie tauglich werden; Mathenia ein reiner Fliegenfänger; Pollersbeck eine faule Sau.  Die Liste derer, die angebliche Inkompetenz des HSV belegen, ließe sich ins unendliche fortsetzen. Freunde, ich bin es leid, ich habe das so satt!

Ja, der HSV hat in den letzten Jahren vieles verkehrt gemacht. Er hat unzählige Male getäuscht und enttäuscht. Aber der „Lauf“, den Sammer dem HSV im Zusammenhang mit dem Spiel gegen den SC Freiburg unterstellte, den gibt es objektiv nicht, wie Sven zutreffend argumentiert. Dieser Lauf existiert allein in Sammers Kopf, und er belegt im Übrigen, dass auch ein echter Experte gelegentlich schwer irren kann.

Nach dem zwischenzeitlichen Ausfall der kompletten offensiven Mittelfeldreihe (Kostic, Hunt, Müller) und den daraufhin ausbleibenden Resultaten, befindet sich der HSV gegenwärtig in einer Phase der Konsolidierung. Und selbst die größten Talente, wie etwa Arp oder die ebenfalls noch jungen Ito und Jung machen Fehler. Das ist normal. Auch dort ist beileibe nicht alles Gold was durch den Boulevard auf Hochglanz poliert wird. Man muss nur genau hinsehen.

Der HSV entwickelt sich und seine Talente. Das benötigt Zeit und Vertrauen, keinen zusätzlichen Druck von außen. Der ist in der Bundesliga ohnehin immer vorhanden. Es sind die Kritiker, die gegenwärtig mehr Inkompetenz offenbaren als der HSV.