SC Freiburg

Guckst Du Gregoritsch

Da ha’m wir es wieder, war doch klar, nä?! Kaum hat der HSV den Gregoritsch zum FC Augsburg abgegeben, da trifft der dort nach Belieben. Die sind aber auch zu blöd, die Verantwortlichen des HSV.

Und dann den André Hahn geholt. Für 6+X Millionen. Viel zu teuer! Hat bisher eher performt wie `n Hähnchen, sag ich Dir. Was hätte man nicht alles mit der Kohle anfangen können! Und vom Berater haben die sich auch noch über den Tisch ziehen lassen, ist doch klar. Typisch HSV, von nix ’ne Ahnung.

Und der Trainer erst, dieser Gisdol. Wenn ich den schon sehe! Das soll Fußball sein, Alta?! Erste Bundesliga? Das ich nicht lache! Sagt auch der Sammer. Und der kennt sich aus.  Wirst Du nicht bestreiten wollen, oder?! In Wahrheit ist doch nichts besser geworden unter dem, keine Handschrift, nur Gurkengepöhle. Gegen Freiburg, ey!

Und über allem schweben diese Jacketkronen. Dieses sympathische Grinsen eines Haifischs von Investor. Mit dem möchte man sich nicht unbedingt spontan auf eine Tasse Kaffee zusammensetzen. Da gefriert der Kaffee doch in der Tasse! Der zieht in Wahrheit die Strippen. Kennt man doch. Von wegen die Politiker – Rockefeller und die anderen Großkapitalisten, die regieren die Welt. und jetzt auch noch den HSV – is‘ doch offensichtlich.

Und schon wieder gegen den Abstieg, siehste doch! Also bitte, denen hilft nur die 2. Liga, damit die endlich aufwachen und sehen was los ist, diese Spinner.

Es gäbe eine überzogene, fatale Anspruchshaltung rund um den HSV, diagnostizierte jüngst der @SvenGZ (Twitter) in einem lesenswerten Blogeintrag: http://zwergenwerke.blogspot.de/
Ich stimme ihm ausdrücklich zu.

Mit dem HSV kann man Aufmerksamkeit erzeugen. Das funktioniert immer. Für den Boulevard und seine Experten-Darsteller allemal. Jeder kann, jeder darf. Je heftiger druff geschlagen desto besser. Schärft das eigene Profil und sorgt zudem regelmäßig für Lacher. Kann man fast nichts verkehrt machen.

Doch, kann man, behaupte ich. Sogar eine ganze Menge.

Da wäre beispielsweise die Beurteilung der gegenwärtigen sportlichen Lage.  Die erste Frage, die hier zu stellen wäre: welchen Bewertungszeitraum wähle ich, um die sportliche Lage zu beurteilen? Die letzten insgesamt erfolglosen 30 Jahre? Die letzten 8 meist desaströsen Jahre? Dann ist es natürlich ein einziges fortwährendes Elend. Aber das ergibt in meinen Augen keinen Sinn. Im Gegenteil! Es verführt gerade zu Fehleinschätzungen. Denn Kader und Spielanlage haben sich viel zu stark verändert.

Beginnen wir stattdessen mit Labbadias Endphase. Damals stagnierte die Mannschaft nicht nur erkennbar spielerisch sondern sie war kaum noch in der Lage, Tore zu erzielen. Und Heimsiege? Konnte man mit der Lupe suchen. Ist gar nicht so lange her. Dann übernahm Markus Gisdol eine offensichtlich total verunsicherte Truppe. Nach fünf Spielen ohne nennenswerte Resultate begann die tabellarisch scheinbar hoffnungslos abgeschlagene Mannschaft zu punkten. 1,7 Punkte und 1,8 Tore im Durchschnitt unter seiner Leitung bis kurz nach der Winterpause, wenn ich nicht schwer irre. War nicht schön anzusehen, der Fußball, keine Frage!, aber wenigstens relativ erfolgreich. Und wen kümmert Schönheit wenn es ums nackte Überleben geht?!

Dann fielen zu Beginn der Rückrunde Nicolai Müller und kurz darauf auch noch Hunt verletzt aus. Ein Spieler, der diese Situation als Chance hätte nutzen können, hieß? Michael Gregoritsch! Hat er aber nicht. Fakt. Muss dann wohl der berüchtigte HSV-Elbe-Virus gewesen sein, oder? Weiß man doch: Beim HSV werden sie alle schlechter, nä?

Nein, so einfach ist das eben nicht!

Gregoritsch spielte beim HSV damals meist auf der linken Außenbahn, nur fehlten ihm die Antrittsschnelligkeit und die dort benötigten Fähigkeiten im eins gegen eins auf engstem Raum, die ein Kostic mit- und einbringt. Oder er kam im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Nur fehlte ihm dort die Qualität eines Aaron Hunt, ein Spiel lesen zu können und ggf. den tödlichen, den letzten Pass spielen zu können. „Gregerl“ hat andere Qualitäten. Gregoritsch ist vermutlich nicht nur in meinen Augen in erster Linie ein Abschluss-Spieler, eher kein Vorbereiter. Das Problem seinerzeit war, dass die Position des Mittelstürmers mehrfach überbesetzt war.  Wood schien gesetzt und mit seinem Profil besser zur gisdol’schen Spielanlage zu passen, die weitestgehend auf einen kontrollierten Spielaufbau verzichtete und stattdessen auf schnelle Balleroberung setzte. Auf der Payroll stand zudem noch Pierre-Michel Lasogga, der ebenfalls abschlussstarke Luca Waldschmidt und im Hintergrund scharrten Talente wie Knöll und vor allem Arp bereits mit den Hufen. Die Entscheidung, Gregoritsch abzugeben, war keine gegen das Talent des Spielers, sie war eine strategische! Allenfalls könnte man der sportlichen Leitung nachträglich vorwerfen, dass man es nie mit Gregoritsch in vorderster Rolle (in den letzten Spielen von Arp eingenommen) und Wood dahinter versucht hat. Aber selbst wenn man diesen Vorwurf erheben würde – wo hätte dann beispielsweise ein Waldschmidt auch nur ansatzweise eine realistische, glaubhafte Perspektive sehen können? Und was wäre mit Arp, dem nun so hoch gepriesenen? Nein, wenn man die Causa Gregoritsch nüchtern und nicht von seinem momentanen Lauf geblendet betrachtet, dann belegt sie m.E. , dass der Verein endlich zielgerichtet und systematisch-strategisch vorgeht anstatt Spieler fast wahllos zusammenzukaufen, nur weil die Gelegenheit gerade günstig erschien.

André Hahn ist auch so ein Fall vorschneller und wenig sachkundiger Bewertung. Kaum ist ein neuer Spieler beim HSV und performt nicht sofort auf höchstem Niveau, da meinen Viele zu wissen, dass dessen Verpflichtung eine rein Schnapsidee gewesen sein müsse.  Die vorangegangene Saison hatte aber eindringlich aufgezeigt (s.o.), dass es bei einem Ausfall Müllers an Tempo auf der rechten Außenbahn mangelte. Hahn ist ein schneller Offensiv-Spieler. Einer, den man bedenkenlos auch neben Wood als Doppelspitze aufbieten könnte. Einer, der nicht so sehr von einem überragenden Talent zehrt sondern sich vieles hart erarbeitet hat. Um es auf eine einfache, prägnante Formel zu bringen: Lieber einen Charakterspieler wie Hahn als zwei abgehobene, vermeintliche Jahrhundert-Talente wie Halilovic oder Green in der Mannschaft. Und was Hahns bisherige Leistungen angeht – wann wollen wir endlich neuen Spielern eine angemessene Zeit geben, um sich beim HSV zu akklimatisieren? Es ist immer das Gleiche: Rudnevs? Kaputt geschrieben schon vor dem ersten Pflichtspiel. Rincon? Dito. Nicolai Müller war auch bereits als Oberpfeife und Fehleinkauf verschrien ( – aktuell fehlt er sehr!). Santos bringt es nicht; Walace ist (defensiv) bundesligauntauglich und wird auch nie tauglich werden; Mathenia ein reiner Fliegenfänger; Pollersbeck eine faule Sau.  Die Liste derer, die angebliche Inkompetenz des HSV belegen, ließe sich ins unendliche fortsetzen. Freunde, ich bin es leid, ich habe das so satt!

Ja, der HSV hat in den letzten Jahren vieles verkehrt gemacht. Er hat unzählige Male getäuscht und enttäuscht. Aber der „Lauf“, den Sammer dem HSV im Zusammenhang mit dem Spiel gegen den SC Freiburg unterstellte, den gibt es objektiv nicht, wie Sven zutreffend argumentiert. Dieser Lauf existiert allein in Sammers Kopf, und er belegt im Übrigen, dass auch ein echter Experte gelegentlich schwer irren kann.

Nach dem zwischenzeitlichen Ausfall der kompletten offensiven Mittelfeldreihe (Kostic, Hunt, Müller) und den daraufhin ausbleibenden Resultaten, befindet sich der HSV gegenwärtig in einer Phase der Konsolidierung. Und selbst die größten Talente, wie etwa Arp oder die ebenfalls noch jungen Ito und Jung machen Fehler. Das ist normal. Auch dort ist beileibe nicht alles Gold was durch den Boulevard auf Hochglanz poliert wird. Man muss nur genau hinsehen.

Der HSV entwickelt sich und seine Talente. Das benötigt Zeit und Vertrauen, keinen zusätzlichen Druck von außen. Der ist in der Bundesliga ohnehin immer vorhanden. Es sind die Kritiker, die gegenwärtig mehr Inkompetenz offenbaren als der HSV.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der HSV verpasst einmal mehr den zweiten Streich: SC Freiburg – HSV 0:0 (0:0)

Nach dem Sieg des HSV vor heimischen Publikum gegen den 1. FSV Mainz 05 hatte HSV-Trainer Joe Zinnbauer wenig Anlass, um die taktische Formation oder die Startelf tiefgreifend zu verändern. Dass Behrami Jiracek ersetzen würde, sofern der Schweizer rechtzeitig wieder spielfähig sein würde, das durfte als sicher gelten. Auch einen erneuten Auftritt der Hamburger mit zwei Stürmern konnte man erwarten, da Lasogga als einziger Sturmspitze in den Spielen zuvor die Durchschlagskraft fehlte. Wirklich gespannt war ich, ob Zinnbauer weiterhin am jungen Ronny Marcos als Linksverteidiger festhalten würde. Ich gebe zu: hätte ich tippen müssen, ich hätte falsch gelegen. Denn ich dachte vor dem Spiel des HSV im Breisgau, dass Ostrzolek nach einer Denkpause nun wieder ins Team zurückkehren würde. Marcos hatte in meinen Augen ordentlich gespielt und keineswegs enttäuscht, aber stärker als Ostrzolek hatte ich ihn auch nicht gesehen. Aber Zinnbauer sieht die Spieler täglich im Training, ich nicht.

Aufstellung: Drobny – Diekmeier, Djourou, Cléber, Marcos – Behrami – N. Müller (71. Gouaida), van der Vaart (65. Jiracek), Holtby – Lasogga (90+2. Stieber), Rudnevs

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag nach zwanzig Sekunden: Djourou wollte einen Ball hoch und weit aus dem Hamburger Strafraum köpfen. Marcos setzte links außen innerhalb des Sechzehners zu einem Befreiungsschlag an, und der in seinem Rücken positionierte Freiburger Klaus sprang (!) dazwischen und wurde von Marcos getroffen. Schiedsrichter Stark konnte die Szene offenbar nicht eindeutig bewerten und entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten an der Linie auf Strafstoß für die Gastgeber. Für mich eine Fehlentscheidung (s.h. weiter unten). Zum Glück für den HSV schoss Darida den nachfolgenden Elfmeter „blind“ und zu mittig, sodass Drobny den Ball parieren konnte (2.). Es blieb beim 0:0, und ich  verbuchte dies in der Kategorie „ausgleichende Gerechtigkeit“.

Der Spielaufbau bleibt eine Schwachstelle

Die Hamburger begannen die Partie erneut in jener 4-1-3-2 Staffelung, die man in der Vorwoche ca. eine Stunde lang gespielt hatte, bevor man mit einer 2:0-Führung im Rücken auf ein flaches 4-4-2 umstellte. Bei eigenem Ballbesitz ließ sich meist Behrami zwischen die breit stehenden Djourou und Cléber fallen, um von dort das Spiel aufzubauen. Van der Vaart kam ihm dann entgegen, um als Verbindungsspieler zu fungieren. Des Öfteren sah man hier aber auch einen Rollentausch zwischen beiden Spielern, d.h. van der Vaart holte sich den Ball zwischen beiden Innenverteidigern ab, während sich Behrami als Verbindungsspieler versuchte. In der Theorie spricht einiges für diese flexible Rollenverteilung, da sie für den Gegner schwerer auszurechnen ist. In der Praxis konnte sie mich jedoch überhaupt nicht überzeugen. Denn wenn schon van der Vaart in meinen Augen spielerisch kein Stratege ist – für Behrami gilt dies erst recht. Der Schweizer spielt solide Pässe, der Mannschaft fehlt jedoch dann fast durchweg jedes Überraschungsmoment aus dem defensiven Mittelfeld.  Mit anderen Worten: Spielaufbau und -entwicklung des HSV wirkten auf mich erneut unsicher und wenig überzeugend. Streich hatte seine Mannschaft natürlich auf diese Achillesferse des HSV eingestellt. Mir schien, als würden die Freiburger auch deswegen in jenen Situationen ein wenig aggressiver pressen (als der HSV), in denen ihr Gegner den Ball aus der eigenen Abwehr zu spielen versuchte. Der HSV seinerseits lief vor allem durch Rudnevs ebenfalls die ballführenden gegnerischen Abwehrspieler an, jedoch mit etwas weniger Konsequenz. Man begnügte sich meist damit, das Aufbauspiel des Gegners auf die gewünschte Weise zu lenken.

Es entstand ein Spiel, wie man es häufiger sieht: Beide Mannschaften standen in einem Korridor zwanzig Meter links und rechts der Mittellinie, verdichteten dort massiv die Räume und neutralisierten sich weitestgehend wechselseitig.

Der erste Torschuss des HSV kam in der 21. Minute von Behrami, bei dessen Distanzschuss Bürki im Tor der Gastgeber immerhin nachfassen musste. Ansonsten wurden die Angriffsbemühungen beider Seiten bereits im Mittelfeldpressing erstickt.

Immerhin kontrollierte der HSV das Spiel ungefähr ab diesem Zeitpunkt. In der 30. Minute konnten die Hamburger im Mittelfeld den Ball erobern und liefen mit drei, vier Mann einen Tempogegenstoß. Leider war Lasogga in dieser Szene viel zu eigensinnig, übersah seine gut aufgefächert mitgelaufenen Mitspieler und schloss vollkommen unnötig überhastet aus der Distanz ab. Dass der Ball deutlich das Tor verfehlte, Bürki also nicht einmal eingreifen musste, passte ins Bild. Da hat der HSV einmal eine viel versprechende Spielsituation, in der ein Spieler mit Übersicht in die Schnittstelle spielt und dann wird sie einfach verschenkt. Grausam.  Lasogga rieb sich ansonsten wie gewohnt im Zentrum auf und war vor allem bei hohen Bällen um Balleroberungen oder Ablagen bemüht. Es blieb jedoch seine einzig nennenswerte Szene, denn er bekommt weiterhin auch zu wenig Bälle, die leichter zu verarbeiten wären. Rudnevs gefiel mir im direkten Vergleich deutlich besser. In der 35. Minute zeigte er eine schöne Einzelleistung auf der linken Außenbahn. Kurz  vor dem Strafraum der Gastgeber zog er nach innen, verfehlte jedoch mit seinem Abschluss das Tor.

Der HSV verschob, auch dies hat man unter Zinnbauer schon häufiger gesehen, stark ballorientiert, konnte jedoch in der ersten Spielhälfte bei Flügelwechseln der Freiburger etwaige Lücken schnell genug schließen. Als Zwischenfazit zur Pause notierte ich leichte Vorteile für den HSV in einer  Partie, der es ansonsten an Höhepunkten mangelte. Bemerkenswert gut fand ich erneut die Leistung von Cléber, der neben dem starken Djourou wieder eine tadellose Partie ablieferte. Beide Innenverteidiger liefen sogar situativ vereinzelt Vorstöße, was ich als Fortentwicklung der Spielentwicklung des gesamten Teams begrüße. Denn spielerisch bleibt der HSV unverändert noch zu oft vieles schuldig.

Des Glückes oder Unglückes Schmid

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Diekmeier hatte nun mit Freiburgs Linksaußen Schmid erhebliche Mühe. Erst ließ er ihn in der 49. Minute kurz aus den Augen, sodass Schmid eine Flanke gefährlich auf das HSV-Tor köpfen konnte. Da musste sich Drobny  schon ganz lang machen, um den gut platzierten Ball parieren zu können. Nur zwei Minuten später kam erneut Schmid vom linken Strafraumeck zum Torabschluss, aber sein Schuss in Richtung des langen Pfostens verfehlte dies Mal ganz knapp das Tor. Glück für den HSV. Und noch einmal fünf Minuten später war es erneut Schmid, den eine Flanke von Diekmeier innerhalb des Freiburger Strafraums an dem Arm traf (56.). Hier hätten sich die Freiburger nicht beschweren dürfen, wenn es Strafstoß für den HSV gegeben hätte. Gab es aber nicht.

Die torgefährlichste Szene aus Sicht der Hamburger entwickelte sich in der 63. Minute: Nicolai Müller setzte sich rechts im Freiburger Strafraum nahe der Torlinie durch. Sein Schuss aus spitzem Winkel (vermutlich wollte er quer passen) wurde durch das lange Bein eines Freiburgers abgefälscht und touchierte (nur) die Querlatte.

Das Hamburger Spiel wurde nun zunehmend durch Fehlpässe und Missverständnisse geprägt. Ernüchternd, wie einfachste Bälle serienweise zum Gegner oder ins Seitenaus gespielt wurden. Da muss man sich nicht wundern, dass man tabellarisch nur mühsam vom Fleck kommt.

Zinnbauer nahm den dieses Mal nahezu wirkungslosen van der Vaart frühzeitig vom Feld (wieder mit eher schwachen Standards…) und ersetzte ihn durch Jiracek (65.). Offenbar erwartete er zunehmenden Druck von Seiten der Hausherren und wollte daher das defensive Zentrum stabilisieren.

Mit zwei „Abräumern“ vor der Abwehr war die Richtung vorgegeben: Mindestens einen Punkt mitnehmen und damit die Freiburger in der Tabelle auf Distanz halten. Das ohnehin defizitäre spielerische Element wurde durch diesen Wechsel sicher nicht gestärkt.

In der 73. Minute setzte der kurz zuvor für Müller eingewechselte Gouaida nach schöner Flanke von Marcos einen Kopfball knapp neben das Freiburger Gehäuse. Auch Jiracek verfehlte mit einem sehenswerten Volleyschuss leider das Tor (78.).

Auf der anderen Seite machte es der für Klaus eingewechselte Zulechner nicht besser. Auch hier musste der Torhüter nicht eingreifen (81.).

In der Nachspielzeit (90+3.) hatte der quirlige Mehmedi, den die Hamburger Defensive ansonsten gut im Griff hatte, eine letzte Torchance für den Sportclub, aber der einmal mehr sichere Drobny war auf dem Posten. Es blieb daher beim torlosen Remis.

Schiedsrichter: Stark (Ergolding).
In meinen Augen traf er auf Anraten seines Assistenten eine falsche Entscheidung beim Elfmeter gegen den HSV. Der Freiburger hat keine Chance, an den Ball zu kommen oder den Ball tatsächlich zu spielen, da er vorher schon abspringt. Und er springt allein mit der Absicht ab, den Kontakt zu provozieren. Gab zudem keinen Handelfmeter für den HSV, obwohl die Körperfläche des Freiburger Spielers durch dessen Armhaltung vergrößert wurde, was eine mindestens diskutable Bewertung der Szene darstellt.

Fazit: Eine von beiden Seiten läuferisch und kämpferisch engagiert geführte Partie, die spielerisch jedoch einiges zu wünschen übrig ließ. Der HSV hält mit dem Punktgewinn im Breisgau die Freiburger auf Distanz, verpasst aber erneut eine realistische Chance, sich durch einen dreifachen Punktgewinn vorerst ins gesicherte Mittelfeld abzusetzen.

Das Wechselspiel zwischen Behrami und van der Vaart konnte nicht überzeugen, bleibt aber auch der ungenügenden Zusammenstellung des Kaders geschuldet. Hier ist zu hoffen, das Lauf- und Passwege in der Rückrundenvorbereitung besser abgestimmt werden können, sodass die im Ansatz durchaus vorhandenen Möglichkeiten in absehbarer Zeit besser genutzt statt leichtfertig verschenkt werden (s.o., Lasoggas Eigensinn).

Holtby, Müller und Rudnevs sind enorm fleißig, aber vor allem Holtby trennte sich für meinen Geschmack in der einen oder anderen Szene zu spät vom Ball.

Am Ende bleibt für mich neben dem Punktgewinn vor allem die Leistungsentwicklung beider Innenverteidiger das erfreulichste, was ich aus dieser Partie mitnehme.