Bernd Hoffmann

Nur der HSV!

Worüber morgen abgestimmt wird, dass es sich dabei um eine Abstimmung handelt, die, so oder so, tiefgreifende Konsequenzen für den Verein haben wird, all dies dürfte mindestens in Grundzügen allgemein bekannt sein. Wie auch immer das Ergebnis ausfällt – am 26. Mai wird sich die Erde weiterdrehen. Und auch den HSV, den wird es noch geben. Er mag dann in seiner Struktur, so oder so, dem einen oder anderen nicht mehr gefallen, was, so denke ich, den einen oder anderen Austritt zur Folge haben dürfte, aber weiterleben wird er, der Hamburger Sportverein.

Ausgliederung ja, Ausgliederung nein – zu beidem kann man eine legitime Meinung besitzen, auch wenn meine Einschätzung darauf hinausläuft, dass am Ende jeder Bundesligaverein aus steuerrechtlichen Gründen seinen Profibetrieb ausgliedern muss. Früher oder später.

Raute im Verein, oder Raute bei der AG, Stadion im Verein, oder Stadion bei der AG – auch darüber lässt sich trefflich streiten. Wer dort eine andere Meinung als ich vertritt, der vertritt eine andere Meinung. Auch das ist legitim. Selbstverständlich wähne ich mich im Zweifel im Besitz der besseren Argumente, aber wer hier anders denkt, der ist kein Hochverräter.

Totengräber des Vereins seien die jeweiligen Meinungsgegner, so lese ich andernorts. Mit Verlaub, sofern es die einfachen Mitglieder betrifft, egal zu welchem „Lager“ sie sich zählen, so ist das in meinen Augen Unfug.

Sicher muss man all diejenigen kritisch nach der Leistungsbilanz ihrer Repräsentanten in den Gremien fragen, die den Einzug eben dieser Vertreter in die Gremien einst lautstark bejubelten und goldene Zeiten ankündigten. Dass da wenig Gold war, dafür umso mehr Blech, wer das noch immer bestreitet, der kann offenbar keine Bilanzen lesen und/oder klammert sich an eine Schimäre. Aber selbst das bleibt menschlich! Wenig ist für uns Menschen, und das sind doch wohl auch die Meinungsgegner?, schmerzhafter, als sich von den eigenen Fantasien verabschieden zu müssen. Wer das nicht glaubt, der frage sich einmal, was ihn am Ende seiner letzten (Lebens-)Partnerschaft so geschmerzt hat. Der Verlust des Partners, oder die mit ihm verwobenen Erwartungen für die gemeinsame Zukunft, die sich möglicherweise völlig unerwartet in Luft auflösten?

Am Niedergang des Hamburger Sportvereins und damit an der nun zugespitzten Lage sind wir alle beteiligt. Die, die es zwar seit Jahrzehnten mit dem Verein halten, aber nie eingetreten sind, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; die, die stimmberechtigte  Mitglieder sind, aber in den vergangenen Jahren den jeweiligen Mitgliederversammlungen fernblieben und so anderen das Feld überließen; die, die sich innnerhalb der Abteilungen dankenswerterweise engagierten, aber nie die Grenzen ihrer Kompetenz erkannten; die, die auf den Versammlungen auf Populismus, Phrasen oder Gags hereinfielen und danach ihr Verhalten bei den Abstimmungen ausrichteten. Wer ohne Schuld sei, der werfe den ersten Stein!

Der Hamburger Sportverein ist nach seinem Selbstverständnis nicht nur Universalsportverein, sondern er ist vor allem ein großer Volksverein, der die unterschiedlichsten Menschen vereint. Die Raute im Herzen, die dürfte ein jeder, gleich welcher Couleur,  für sich reklamieren. Aber was bedeutet das, die Raute im Herzen? Das heißt doch nur, dass ich mit dem Herzen bei diesem Verein bin. Die Vorstellungen darüber, wie und was dieser Verein sein sollte, die liegen und lagen vermutlich schon lange weit, weit auseinander.

Auch ich mag „ehrlichen“ Fußball. Auch mir ist die stetig zunehmende Kommerzialisierung, die damit einhergehende Jubelberichterstattung suspekt. Auch ich würde notfalls mit dem HSV bis in die Niederungen des Amateurfußballs gehen. Schließlich schaue ich im Web regelmäßig auch noch nach Jahrzehnten, was eigentlich der SV Tonndorf-Lohe so treibt, bei dem ich einst das Kicken lernte. Nur sehe ich die Sache mit dem „ehrlichen“ Fußball pragmatisch und (hoffentlich) ohne jede Illusionen.

„Ehrlicher“ Profifußball? Das hielte ich zwar unverändert für erstrebenswert, aber mir kommt da sofort Adornos berühmter Satz in den Sinn, der da behauptete, es gäbe kein richtiges Leben im Falschen. Denkbar ist m.E. höchstens eine Annäherung.

Natürlich ist und bleibt es wichtig, seine Ideale nicht zu verraten. Weniger Geldmaschine, einheitliche Anstosszeiten zugunsten des Amteurfußballs, grundsätzliche Vertragstreue, (um nur einige Beispiele zu nennen)? Sofort einverstanden.

Aber: Der HSV bewegt sich in einem hochkommerziellen, erzkapitalistischen Umfeld, das von härtestem  Konkurrenzkampf gekennzeichnet ist. Der HSV ist auch deswegen der große Hamburger Sportverein, weil er (indirekt) tausenden Menschen Lohn und Brot verschafft. Der HSV ist auch deswegen, zum Beispiel im Gegensatz zum SV Tonndorf-Lohe, groß, weil er u.a. ein eigenes, schönes, modernes Stadion besitzt (Wem das  im Augenblick tatsächlich gehört, das kann man an dieser Stelle ausklammern). Mit dem HSV dank Basisdemokratie notfalls in die Niederungen des Amateurfußballs, das mag auf einen ersten, flüchtigen Blick noch sympathisch erscheinen – es funktioniert nicht. Der HSV, den wir alle kennen, der wäre dort am Ende.

Stadion, Nachwuchleistungszentrum usw. usf. – all das, wofür auch die Mitglieder bezahlt haben, all dies wäre weg. Vom Verlust von tausenden Arbeitsplätzen ganz zu schweigen. Das soll moralisch(er) sein, als das Big Business des Profigeschäfts? Von den auch im Amateurfußball üblichen, schwarz gezahlten Handgeldern ganz zu schweigen. Nein, wer so argumentiert, der ersetzt nur die Unmoral der vielleicht verachtenswerten Geschäftemacherei durch die Unmoral seiner egoistischen Fantasien.

Mitbestimmung finde ich grundsätzlich gut. Es lohnt, dafür zu kämpfen. Unbedingt! Demokratie und Meinungsfreiheit sind unverzichtbare Kernelemente unserer Gesellschaft. Aber wer im Detail gefragt werden möchte, der sollte auch die notwendige Kompetenz besitzen. Wer wollte bei DESY darüber abstimmen, wann die Maschine angeschaltet wird? Das ist doch keine Frage für Amateure! Gefragt werden möchte ich ggf. als unmittelbar betroffener Anwohner, ob so ein Ding überhaupt in meiner Nachbarschaft gebaut wird. Allgemein informiert werden möchte ich, was dort ggf. geschieht. Aber, mal ehrlich!, den Rest müssen Fachleute entscheiden. Alles andere liegt außerhalb meiner Kompetenz.

Profifußball sei unter den gegebenen Bedingungen ein s.g. „Rattenrennen“, das ja ohnehin nicht zu gewinnen sei, daher müsse man sich dem als HSV verweigern, las ich. Dass wir dieses Rennen nicht (mehr) gewinnen können, das mag sogar sein. Ich kann jedenfalls nicht das Gegenteil beweisen. Aber selbst wenn dem so sein sollte, so ist der HSV, so wie er jetzt besteht, gehalten, sich an dem Rennen zu beteiligen. Denn die wirklich absolute Mehrheit seiner Mitglieder und Anhänger wollen möglichst erfolgreichen Erstligafußball. Demokratie,  das bedeutet auch, dies zu respektieren.

„Not for Sale“, das Stadion und die Raute nicht „verramschen“ – mir scheint, als versuchten hier einige jene verlorengegangenen, gesellschaftspolitische Schlachten nachträglich auf dem Rücken des falschen Objekts, des HSVs, zu gewinnen. Ihr wollt Basisdemokratie erhalten und bestenfalls sogar noch ausbauen? Dann müssten wir konsequenterweise demnächst auch über die Mannschaftsaufstellung abstimmen. Oder etwa nicht?

Ja, eine Fußball-AG hat nur noch wenig mit dem Vereinsfußball früherer Zeiten zutun. Und ich sehe diese Entwicklung durchaus nicht unkritisch. Aber der Fußball ansich hat sich auch verändert. Nur haben es viele von uns noch gar nicht bemerkt. Wie oft höre ich jemanden einen unserer Spieler beleidigen, weil der angeblich „seinen Mann nicht gedeckt“ habe. Dazu muss man regelmäßig feststellen: Da ist jemand immer noch in der Steinzeit seines eigenen Amateur-Jugendfußballs und in der Manndeckung verhaftet. Der gegnerische Mann muss in dem Moment u.U. sogar frei sein, weil unser Spieler alles richtig(sic!) gemacht hat.  Mit anderen Worten: Man redet über Fußball, hat aber die Grundprinzipien von Raumdeckung und Kettensystemen überhaupt nicht verstanden. Aber man will zum Thema gefagt werden? Das bleibt menschlich nachvollziehbar, doch ich halte es mit Dingen, bei denen es mir an Kompetenz eindeutig mangelt, so, dass ich Fachleute frage, dass ich mich notfalls selbst schlaumache. Wenn mein Zahn zu pochen beginnt, da frage ich Lieschen Müller höchstens, ob sie mir einen guten Zahnarzt empfehlen kann. Die Behandlung selbst überlasse ich dem Fachmann, nicht ihr. Beim HSV soll das anders sein?

Mehrere Jahre mit SC-Vertretern in den Gremien und weitgehender Mitbestimmung der Mitglieder – was wurde nicht alles versprochen?! Alles würde fortan besser, so hieß es. Unschwer noch immer in den Weiten des Webs aufzufinden. Schließlich hat man sich des bei einigen verhassten Belzebubs, Bernd Hoffmann, entledigt. Und wo steht der HSV jetzt?

Karl Gernandt hat doch Recht, wenn er feststellt, dass der HSV zeitweilig drei Sportdirektoren auf der Payroll hatte. Bekommen hat er die Leistung eines Halben. Nur eines von vielen Beispielen des Irrsinns. Das ist letztlich das Werk inkompetenter Profifußball-Amateure. Dafür tragen wir alle letztlich die Verantwortung. Daran sind wir alle mindestens mittelbar beteiligt.

Totengräber des Vereins seien all die, die sich unverändert nicht für HSVPlus erwärmen können. Mit Verlaub, das ist doch Unsinn! Dafür, dass all das, was an der Ausgliederung hängt, was damit einhergeht, von einigen unverändert  mit Sorge, Ängsten oder wenigstens mit Skepsis gesehen wird, muss und kann man Verständnis aufbringen. Ich spreche doch niemandem, mag sein Standpunkt mir noch so realitätsfern sein, ab, dass er es grundsätzlich gut mit dem HSV meint. Dem HSV, so wie er/sie ihn sieht.

Pluralität der Meinungen, das ist doch grundsätzlich positiv. Ich jedenfalls möchte gar keinen HSV, in dem nordkoreanische Verhältnisse bestehen. Eine positive Streitkultur, in der um den besten Weg gerungen wird – was wollte man sich mehr wünschen? Der Meinungsgegner mag mir ja auf die Nerven gehen, aber er zwingt mich eben auch, meine Argumente sorgfältig und kritisch zu überdenken. Das ist doch nichts Schlimmes. Im Gegenteil.

„Totengräber“ des Vereins, wenn ich schon bei diesem Begriff bin, ist für mich allein eine Struktur des Vereins, die den Einzug von Inkompetenz in die Gremien dank populistischer Mätzchen regelmäßig begünstigt und zugleich damit Kompetenz abgeschreckt, bzw. verhindert hat.

Aber, das sei auch klar und warnend in Richtung von Leuten wie Thorsten Runge und anderen gesagt, die durch Vielfachanträge ganz offensichtlich die Versammlung torpedieren wollen, obwohl ihnen im Vorfeld bereits mehrfach dargelegt wurde, dass der größte Teil ihrer Anträge inhaltlich unsinnig ist: Was ihr da treibt ist zweifellos legal, aber niemals legitim. Was ihr als Konstruktivität vorgebt, ist in Wahrheit destruktiv. Wer derart seine persönlichen Belange über den im Grunde, gleich wie die Abstimmungen auch verlaufen mögen, längst feststehenden Willen der überwältigenden Mehrheit stellt, der betreibt Schindluder mit den demokratischen Instrumentarien. Der ist vollumfänglich verantwortlich, sollte ggf. die Versammlung aus dem Ruder laufen. Und noch etwas sei hier warnend angefügt: Wer im Nachfeld der Versammlung versuchen sollte, auf juristischem  Wege die Umsetzung eines demokratischen Ergebnisses zu verhindern, der rettet nicht den Verein, wie er vielleicht glauben mag, sondern der fügt dem Verein schwersten Schaden zu und belegt zudem, dass ihm jeglicher Anstand fehlt.

Ansonsten gilt: Auch am 26. Mai geht wieder die Sonne auf. Und auch der HSV wird, selbst wenn der Ausgliederungsantrag nach HSVPlus scheitern sollte, fortbestehen. Nur müsste man realistisch gesehen von einer düsteren Zukunft, jedenfalls wenn man in absehbarer Zeit einen finanziell gesundeten und sportlich halbwegs erfolgreichen Hamburger Sportverein sehen möchte, ausgehen.

Respektiert, das möchte ich beiden Lagern zurufen, die Meinungsgegner! Verzichtet auf Provokationen und lasst Euch nicht provozieren! So oder so werden Menschen diesen Verein nicht mehr als (auch) ihren Verein sehen können. Das ist in (fast) jedem Fall zu bedauern. Der große Rest aber, dem muss daran gelegen sein, dass auch in Zukunft ein miteinander (wieder) möglich ist. Man muss nicht jeden lieben, aber man sollte sich um die Basis eines konstruktiven Zusammenlebens bemühen. Im Interesse des Vereins, den wir doch alle, jeder und jede auf seine Weise, lieben.

 

 

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OFFENER BRIEF AN DEN VORSTANDSVORSITZENDEN DES HSV

Sehr geehrter Herr Hoffmann!

Nie hätte ich gedacht, dass ich mich einmal gezwungen sehen würde mich direkt an Sie zu wenden. Doch die Lage ist ernst, ja dramatisch. Und Sie, werter Herr Hoffmann, sind der entscheidende Mann.

Was ich nicht verstehe, Herr Hoffmann, wird von mir zügig in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. Ob die von mir gefundene Erklärung für das mir bisher Unverständliche einer tatsächlichen Überprüfung mit der Realität standhält ist egal, denn allein das Auffinden einer (vermeintlich) passenden Erklärung reduziert meine Angst. Und die ist real! Sie, Herr Hoffmann, haben mir den Fortschritt versprochen. Darf ich fragen wo der bleibt? Das neue Stadion? Nun, ersten geht das nicht allein auf Ihre Kappe, zweitens: man gewöhnt sich an alles; Eine Mannschaft, die seit Jahren international spielt? Nett, Herr Hoffmann, nett, aber nicht genug; Überdurchschnittlich begabte, junge Spieler mit langfristiger Perspektive? Nun, Herr Hoffmann, sie spielen mit meiner Angst vor dem drohenden Ausverkauf!

Vor der Saison haben Sie, Herr Hoffmann, mir einen neuen Trainer präsentiert. Zweifel waren angebracht. Denn wer als Mann gut aussieht, besucht entweder das andere Ufer, oder wildert in fremden Gefilden. In jedem Fall aber hat so einer keine Ahnung. Das muss der Neid mir lassen. Mir war immer klar, dass dieser Trainer taktisch festgelegt, lernresistent und unbelehrbar ist. Weil ich ein Experte bin, wusste ich bei seiner Verpflichtung sogleich, dass diese Saison 4-1-3-2 gespielt werden würde. „Cana ante Portas“ war die Devise. Doch Sie, Herr Vorstandsvorsitzender, haben mich betrogen. Es kam doch einer. Ach was sag ich, gleich mehrere Spieler wurden zum HSV gelotst. Elia, der Gewinner des Johann-Cruyff-Nachwuchspreises. Berg, der Torschützenkönig des U-Turniers. Und der „große Zeh“ beispielsweise. Dass unsere Mannschaft dann 4-4-2 spielte, das habe ich eher beiläufig zur Kenntnis genommen. Denn, nochmals sei es gesagt, wer so daher kommt wie dieser Trainer, dem steht die Ahnungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Das Rückspiel gegen Wien im 4-5-1 ist gänzlich an mir vorbeigerauscht. Wen kümmern schon taktische Lappalien, wenn er sich über Siege freut?!

Der schöne Fußball der ersten Wochen war ein einziges Versprechen. Nichts schien unmöglich. Und es lautete: „Meisterschaft“, Herr Hoffmann! Auf diese warte ich – wie Sie wissen dürften – lange, viel zu lange. Leider fehlten rasch wichtige Spieler. Der Überflieger der ersten Spieltage Paolo Guerrero und, dies wog schwerer, Zé Roberto. Und so musste ich mich gedanklich bis auf weiteres von diesen Spielern verabschieden. Leider gelang mir dies nicht bei meiner durch die berauschende Spielweise der Mannschaft geweckten Fantasie. Auch Ihre Schuld, Herr Vorsitzender. Dass es trotzdem gelang nicht abzustürzen, dies nahm ich als selbstverständlich zur Kenntnis. Schließlich gilt: Nur wer am Ende der Hinrunde noch oben ist, kann überhaupt in der Rückrunde abstürzen!

Um meine Pein zu komplettieren haben Sie nachgelegt. Ruud van Nistelrooy spielt jetzt bei uns. Ein echter Weltstar kam zu uns. Ein schwerer Fehler! Ihr Fehler!
Erstens werde ich nunmehr nur dann zufrieden sein, wenn wir jeden Gegner zweistellig aus dem Stadion gefegt haben, zweitens ist die Meisterschaft Pflicht. Drittens, einen „Van-the-man“ nur eine Minute spielen zu lassen, wo er doch in meinen Hoffnungen, meinen Fantasien spätestens in der 75. Minute kommen sollte, dass bleibt mir unerklärlich. Hochverrat, Herr Vorsitzender!

Hier schließt sich der Kreis. Ich wusste es immer. Wer bei seiner Auswechselung den Kopf schüttelt, der ist mit dieser Maßnahme nicht einverstanden. Keineswegs vorstellbar bleibt, dass sich so einer schlicht wundert, wie er mit seiner Mannschaft eine 1-3-Führung noch aus der Hand geben konnte. Es ist also eindeutig klar, es stimmt nicht mehr zwischen Trainer und Mannschaft. Hier besteht Handlungsbedarf.

Ich will die Meisterschaft. Und ich will sie jetzt. Also schmeißen Sie sie raus. Ich kann es nicht mehr mit ansehen. Hier die Liste meiner Streichkandidaten:

Frank Rost – zu alt und ohne Teleskop-Funktion;
Matthijsen – zu langsam. Nach Jahren konstanter Leistungen rechtfertigen drei, vier verschuldete Gegentore seinen sofortigen Verkauf;
Rozehnal – hat genau einen Fehlpass in Köln gespielt, muss aber schuldig sein;
Demel – Atouba für Arme;
Elia – jung, hochbegabt und mit für junge Spieler typischen Formschwankungen? Nein, bockig ;
Jarolim – kann eh nicht schießen;
Troche – na klar;
Tesche – nicht der Rede wert. Was kümmert es mich, wenn selbst Keegan ein Jahr Anlaufzeit brauchte;
Zé – Uli Hoeness hat mir die Begründung via BLÖD zugeraunt;
Petric – wer so aussieht, der ist stets am flirten. Will, das steht fest, nach Wolfsburg.
Berg – schoss das eine oder andere Tor. Ist aber noch nicht soweit, wie ich ihn mir erträumte. Außerdem hat er die Haare schön;
Eddy Sözer – ist für die Bedienung der Hydraulikpumpe zuständig und verpasst ständig seinen Einsatz (s.h. Frank Rost);
Bruno Labbadia – weil, ich wusste es schon immer.

Diese Leute sind alle unfähig. Unfähig meine Fantasien zu befriedigen. Und – das ist noch schlimmer! – sie sind unwillig. Denn, „Tschacka!“, ein Motivationstrainer hat es mir verraten: Es ist alles ganz einfach. Jeder ist seines Glückes Schmied. Man muss nur wollen. Real 6-7 Millionen Arbeitslose in diesem Land beweisen die Richtigkeit dieser These. An jeder Ecke sieht man schließlich das Schild: „Wir zahlen Gehälter, die zum Leben reichen und suchen dringend Personal!“

Sie wollen Kontinuität, Herr Hoffmann? Einen Schritt nach dem anderen? Seien Sie überzeugt: Es genügt ausreichend viel Geld in die Hand zu nehmen und eine Ansammlung von Stars zusammenzukaufen. Das weiß ich ganz genau. Schließlich ist es mir schon ein Mal gelungen auf diesem Wege Meister zu werden. Beim „Fußball-Manager 09″.

In der Hoffnung auf Erlösung
Ihr Trapper